Lenßens Tipp: Darf ich als Vermieterin kontrollieren, warum es in der Wohnung meines Mieters stinkt?

Freitag, 24.06.2016 Ingo Lenßen

„Ich besitze seit etwa zehn Jahren eine kleine Eigentumswohnung, die ich über eine Hausverwaltung vermietet habe. Vor kurzem bekam ich nun Post, dass es aus der Wohnung schon seit geraumer Zeit unerträglich stinkt. Das macht mir natürlich Sorgen – aber der Mieter lässt mich nicht hinein, um die Ursache zu ergründen. Habe ich denn gar kein Zutrittsrecht?“

Selbstverständlich haben Sie das! Denn wenn unangenehme Gerüche über einen längeren Zeitraum anhalten, könnte die Ursache dafür ja zum Beispiel Schimmelbefall sein. Oder irgendwo in einer Mauerlücke verwest Ungeziefer. Schon um solche Mängel rechtzeitig zu beseitigen, muss Ihnen der Mieter Zutritt zur Wohnung gewähren. 

Der Grund ist ausschlaggebend

Zwar haben Sie als Vermieterin nicht das Recht, jederzeit willkürlich Besichtigungen einzufordern. Aber mit einer plausiblen Begründung (Besichtigung wegen Verkauf, geplanter Modernisierung oder eines drohenden Schadens) und einer rechtzeitigen Terminankündigung bzw. Absprache kommen Sie hinein. 

Besichtigung alle zwei Jahre

In einem ganz ähnlichen Fall verpflichtete kürzlich das Amtsgericht München den Mieter, eine Besichtigung nach einer Vorankündigung von nur fünf Werktagen zu dulden. Dazu hat jeder Vermieter das Recht, wenn ernsthafte Anhaltspunkte für einen Schaden bestehen. Und übrigens gibt es einen weiteren Grund für eine Besichtigung: Wenn seit der letzten Wohnungsbegehung mehr als zwei Jahre vergangen sind, darf ein Vermieter den Zustand seines Eigentums prüfen.

"Lenßens Tipp: Wann und wie oft darf der Vermieter die Wohnung betreten?"

"Lenßens Tipp: Haben Vermieter ein Recht zur Wohnungsbesichtigung?"

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 08.01.2016 – 461 C 19626/15

Kein Einlass in Wohnung

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