Lenßens Tipp: Auch Sachbeschädigung aus religiösen Gründen ist strafbar!

Freitag, 24.04.2015 Ingo Lenßen

„Bei uns in der Uni wurden Bilder von Kunststudenten aufgehängt. Die Gemälde beschäftigten sich alle kritisch mit politischen Themen. Auf einem Bild z. B. halten Menschen Plakate hoch, auf denen in hebräisch „Stoppt die Besetzung“ stand. Doch eine unserer Studentinnen regte sich darüber furchtbar auf und meinte, wenn man in in diesem Satz nur ein paar Buchstaben verdrehe, käme eine Beleidigung ihrer Religion heraus. Als sie dies einem Unimitarbeiter berichtete, schlug der vor, den Text zu überkleben. Doch der Studentin ging das nicht weit genug, und sie schnitt die Passage einfach heraus. War das in Ordnung?“

Nein, absolut nicht. Damit hat sich die Studentin sogar strafbar gemacht, denn sie hat eindeutig eine Sachbeschädigung begangen, die nicht durch ihre Religionsfreiheit gerechtfertigt oder entschuldigt werden kann. Vor allem, wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, das Problem aus der Welt zu schaffen, ohne dass die Rechte anderer verletzt worden wären, war diese Sachbeschädigung komplett übertrieben. Denn auch wenn die Religionsfreiheit in Deutschland ein hoch geachtetes Grundrecht ist: Andere dürfen deshalb nicht zu Schaden kommen!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Hamm Beschl. v. 26.2.2015, 5 RVs 7/15

Art. 4 GG

Mund

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