Lenßens Tipp: Mann oder Frau – kann man beide Vornamen eintragen lassen?

Donnerstag, 30.04.2015 Ingo Lenßen

„Ein Freund von mir will seinen Namen ändern lassen. Er ist Transvestit und lebt zeitweise als Mann, zeitweise als Frau. Deshalb will er seinen Vornamen, der männlich ist, mit einem weiblichen ergänzen. Die Behörde lehnte seinen Antrag jedoch ab. Dabei wurde bei ihm die Störung der Geschlechtsidentität als eine psychische Erkrankung festgestellt und ein zweiter weiblicher Name würde ihm in seiner Identitätsfindung helfen. Verletzt die Ablehnung der Namensänderung nicht sein Grundrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit?“

Das Verwaltungsgericht Ansbach sagt: Nein! Das deutsche Namensrecht ermöglicht nur einen männlichen oder weiblichen Vornamen, der dem tatsächlichen Geschlecht auch entspricht. Die einzige Ausnahme, die es dabei gibt, ist der Vorname „Maria“: Den dürfen auch Männer in den Pass eintragen lassen, allerdings nur zusammen mit einem eindeutig männlichen Vornamen. Auch das Eintragen eines Künstlernamens in den Personalausweis ist zwar möglich, aber nicht ganz einfach durchzusetzen. Denn das wird nur akzeptiert, wenn man der Behörde glaubhaft machen kann, dass es auch wirklich nötig ist, dieses Pseudonym zu tragen, z. B. weil man ihn schon längere Zeit und auch überregional trägt. Eine Bescheinigung einer Künstleragentur oder der Nachweis über die Mitgliedschaft bei der KSK (Künstlersozialkasse) ist in solchen Fällen meist sehr hilfreich. Ansonsten ist auch die psychische Erkrankung Ihres Freundes nicht ausreichend, um eine Ausnahme zu begründen. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

VG Ansbach Urt. v. 30.1.2015, AN 14 K 14.00440

Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG

Transvestit

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