Lenßens Tipp: Mietminderung wegen bolzender Kinder?

Mittwoch, 06.05.2015 Ingo Lenßen

„Wir wohnen schon seit 20 Jahren in unserer Mietwohnung. Vor fünf Jahren wurde ein Bolzplatz direkt neben unserem Haus gebaut. Dort spielen die Kinder fast jeden Tag Fußball. Von morgens bis abends hört man die Bälle an das Gitter knallen. Ob die Türen und Fenster zu sind oder nicht – Wir haben keine ruhige Minute mehr. Dürfen wir deshalb zumindest unsere Miete mindern?“

Nein, das dürfen Sie nicht. Denn die Geräuschkulisse stammt nicht von dem Mietobjekt selbst. Deshalb hat der Vermieter keinen Einfluss darauf, ob es laut oder leise ist und ob Kinder spielen oder nicht. Aus diesem Grund darf er auch nicht derjenige sein, der darunter leidet und weniger Miete bekommt. Davon abgesehen ist Kinderlärm kein „Lärm“ im eigentlichen Sinne und muss geduldet werden. Sie hätten die Miete nur mindern können, wenn Sie die Voraussetzung von einem „leisen Umfeld“ mit in den Mietvertrag aufgenommen hätten. Aber daran haben Sie vor 20 Jahren sicher nicht gedacht.

Da hilft dann nur noch, seine Sichtweise zu ändern. Versuchen Sie sich an den fröhlich spielenden Kindern zu freuen! Dann ist es sicher nur noch halb so laut.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BGH Urt. v. 29.04.2015, VIII ZR 197/14

Fußballspielende Kinder

Weitere Artikel

Kommentare