Lenßens Tipp: Schlechtes Arbeitszeugnis – Korrektur möglich?

Mittwoch, 28.10.2015 Ingo Lenßen

„Nach Beendigung meines Arbeitsverhältnisses habe ich ein sehr schlechtes Zeugnis mit negativen Formulierungen über meine Arbeitsleistung bekommen. Damit habe ich kaum Chancen, mich erfolgreich auf eine neue Stelle zu bewerben. Kann ich vom Arbeitgeber ein besseres Zeugnis verlangen?“

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie tatsächlich einen Anspruch auf eine Zeugnisberichtigung. Denn jeder hat ein Recht auf ein sogenanntes „wohlwollendes“ Zeugnis. Ist Ihres tatsächlich unterdurchschnittlich, muss Ihr Arbeitgeber erst einmal begründen und vor allem beweisen, dass seine Beurteilung den Tatsachen entspricht. Kann er das nicht, ist Ihre Klage auf Korrektur absolut gerechtfertigt. Außerdem muss sich Ihr Arbeitgeber an eventuellen Zwischenzeugnissen, die Sie möglicherweise erhielten, orientieren und er muss sich auch an eventuelle Absprachen mit Ihnen über den Inhalt des Zeugnisses halten.

Achten Sie auf Fristen

Allerdings sollten Sie Ihren Anspruch auf Berichtigung sehr zeitnah geltend machen. Und zwar unbedingt innerhalb von 6 Monaten nach Kündigung bzw. Ausscheiden aus dem Betrieb. Warten Sie also nicht zu lange, sonst haben Sie kaum noch Chancen auf Berichtigung.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesarbeitsgericht - Az 9 AZR 12/03

Verzweifelte Frau mit Brief

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