Lenßens Tipp: Bleibt man straffrei, wenn man aus Hunger stiehlt?

Freitag, 14.08.2015 Ingo Lenßen

Moralisch gesehen müsste die Antwort wohl heißen: Ja. Aber aus der Geschichte und Literatur wissen wir, dass solche Delikte in früheren Zeiten oft auf das Brutalste geahndet wurden und das Mittleid sich dabei in überschaubaren Grenzen hielt.

Ein Relikt aus dunkleren Zeiten? Keineswegs. Wussten Sie, dass der „Mundraub“ erst zum 1. Juli 1975 als eigenständiges Delikt in Deutschland abgeschafft wurde? Natürlich wurde deswegen niemand mehr hingerichtet. Aber eine Strafe von bis zu 500 Mark oder bis zu sechs Wochen Gefängnisaufenthalt waren völlig normal. Heute heißt dieses Delikt ganz einfach Diebstahl und kann mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Auch nicht wirklich moralischer.

Bettlerin mit Kopftuch

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