Lenßens Tipp: Muss ich eine Bürgschaft als Mietkaution akzeptieren?

Montag, 03.08.2015 Ingo Lenßen

„Nachdem ich den Mietvertrag mit meinem neuen Mieter abgeschlossen habe, will der nun die 1.000 Euro Kaution nicht überweisen. Er bietet mir stattdessen die Bürgschaft einer Versicherung an. Das passt mir gar nicht. In dem Mietvertrag haben wir vereinbart, dass die Kaution direkt überwiesen werden soll. Nun wohnt der Mieter schon in der Wohnung. Eine angemessene Kaution habe ich aber immer noch nicht. Muss ich die Bürgschaft akzeptieren?“

Nein, das müssen Sie nicht, vor allem, wenn in Ihrem Mietvertrag nicht ausdrücklich steht, dass Sie auch eine Bürgschaft akzeptieren. Der Mieter ist somit verpflichtet, Ihnen die 1.000 Euro Kaution direkt zu überweisen. Eine für Sie nachteilige Form der Kaution ist nicht zulässig. Und eine Bürgschaft ist auf jeden Fall für Sie nachteilig. Denn wenn etwas kaputt geht, müssten Sie sich erst mit der Versicherung in Verbindung setzen und alles mit ihr klären. Wenn Sie die 1.000 Euro aber auf einem Konto haben, auf das Sie zugreifen können, so könnten Sie sich direkt bedienen. Und das ist ja auch der eigentliche Sinn eines Kaution-Kontos. Verlangen Sie deshalb die sofortige Überweisung. Kommt Ihr Mieter dann mit der Zahlung in Verzug, können Sie die fristlose Kündigung aussprechen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

LG Berlin Beschl. v. 23.12.2014, 65 S 415/14

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