Lenßens Tipp: Müssen die Nachbarn mir einen „Wanddurchbruch“ genehmigen?

Freitag, 15.04.2016 Ingo Lenßen

„Mir gehören zwei nebeneinander liegende Wohnungen in einem Mehrparteienhaus. Jetzt wollte ich die Wand zwischen den beiden Wohnungen herausreißen. Vom Statiker habe ich die Bestätigung, dass es bezüglich tragender Wände und Brandschutz keine Bedenken gibt. Jetzt wollen mir aber die Eigentümer der anderen Wohnungen im Haus die Genehmigung für den Durchbruch nicht geben. Dürfen die das und brauche ich deren Bewilligung überhaupt?“

Normalerweise brauchen bauliche Maßnahmen tatsächlich der Zustimmung aller Wohnungseigentümer, in Ihrem Fall darf man Ihnen den Umbau aber nicht verbieten! Denn das, was Sie tun möchten, fällt unter den Begriff „Sondereigentum“. 

Das geht die anderen Eigentümer nichts an

Darunter  versteht man Dinge, die Sie in Ihrer Wohnung, Ihrem Kellerraum oder dem Dachboden verändern wollen wie Verputz, Bodenbelag, Durchbruch nicht tragender Wände, Decken, Türen und sonstige Installationen. Wichtig dabei ist nur, dass die anderen Eigentümer im Haus - bis auf den Baulärm - durch den Umbau anschließend nicht übermäßig beeinträchtigt oder sogar gefährdet werden.

„Lenßens Frühstückstipp“: Was darf man in Mietwohnung verändern?

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Karlsruhe Urteil vom 15.07.2015 AZ. 9 C 299/14 WEG

Wohnungsumbau

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