Lenßens Tipp: Wie stark darf es nach Tiermastbetrieb stinken?

Samstag, 18.07.2015 Ingo Lenßen

„Ich wohne im Außenbereich einer ländlichen Gemeinde. Hier gibt es einige landwirtschaftliche Tiermastbetrieben - und es stinkt! Zwischendurch ist nicht mehr auszuhalten, und es kommt noch schlimmer: Anstatt dass die Gemeinde die Tierhaltung endlich verbietet, hat sie den Landwirten eine Erweiterung der Betriebe genehmigt. Kann ich denn gar nichts dagegen unternehmen?“

Grundsätzlich können Sie sich als Grundstückseigentümer gegen sogenannte „Immissionen“ (z.B. Tiergestank) von fremden Grundstücken zur Wehr setzen. In Ihrem Fall gilt aber die Besonderheit, dass Sie im Außenbereich wohnen. Sie müssen deshalb deutlich größere Belästigungen durch die umliegenden Betriebe in Kauf nehmen, als wenn Sie in einem reinen Wohngebiet leben würden. 

Ganz wehrlos sind Sie nicht

Aber keine Sorge: Zumindest gegen die Erweiterung der Tierhaltung können Sie rechtlich vorgehen. Denn eine solche Genehmigung kann vor dem Verwaltungsgericht angefochten werden. Damit könnte immerhin erreicht werden, dass die Landwirte dazu gezwungen werden, den unerträglichen Gestank erheblich zu reduzieren, also z.B. durch den Einbau von Biofiltern. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

VG Hannover Urt. v. 02.07.2015 - Az.:A 2738/12, 4 A 2741/12 und 4 A 5774/13

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