Lenßens Tipp: Darf man mir den Führerschein wegnehmen, weil ich betrunken Fahrrad gefahren bin?

Sonntag, 07.02.2016 Ingo Lenßen

„Nach dem letzten Vereinsfest bin nach einigen Runden Bier mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Mein Auto hatte ich extra zu Hause gelassen. Trotzdem musste es natürlich so kommen, dass ich mit einem anderen Fahrradfahrer zusammenstoße. Als die Polizei kam, hat sie meinen Pegel gecheckt: 2,02 Promille - damit hatte ich nicht gerechnet. Noch weniger habe ich aber damit gerechnet, dass betrunkenes Fahrradfahren bedeutet, dass ich auch nicht mehr Auto fahren darf. Was soll das denn? Kann ich mich dagegen wehren? Schließlich wäre ich nie betrunken Auto gefahren.“

Dagegen können Sie sich leider nicht wehren. Ab 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration (in Baden-Württemberg und in Bayern sogar schon ab 1,1 Promille) auf dem Fahrrad ist Ihr „Lappen“ in Gefahr. Dazu müssen Sie noch nicht einmal andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben. Die Behörde wird Sie nämlich unweigerlich auffordern, eine MPU - also den sogenannten Idiotentest - zu machen und vor allem zu bestehen. Dies wird Ihnen im Normalfall jedoch nur gelingen, wenn Sie in der Prüfung eine einjährige Alkoholabstinenz nachweisen können. Also melden Sie sich am Besten so schnell wie möglich bei den „Anonymen Alkoholikern“ in Ihrer Nähe an und gehen Sie dort mindestens ein halbes Jahr regelmäßig hin - dann haben Sie die besten Chancen auf ein Bestehen des Tests.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

VG Neustadt Beschl. v. 1.12.2014, 3 L 941/14.NW

Leckeres Bier beim Fahrradausflug

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