Lenßens Tipp: Darf meine Mieterin die Mieterhöhung als „Sterbehilfe“ bezeichnen?

Dienstag, 16.06.2015 Ingo Lenßen

„Ich habe eine ältere Mieterin, mit der ich zugegebenermaßen nicht besonders gut auskomme. Nun habe ich mir erlaubt, die Miete etwas zu erhöhen. Doch als ich die Dame davon in Kenntnis gesetzt hatte, reagierte sie mit einem Brief. In dem bezeichnete sie meinen Umgang mit ihr, insbesondere die Mieterhöhung, als „versuchten Mord“ und als „Sterbehilfe“. Nach dieser Frechheit würde ich sie am liebsten ganz aus der Wohnung raus kriegen. Geht das?“

Ja, das geht. Denn der Vergleich mit „Sterbehilfe“ bei einer gerechtfertigten Mieterhöhung ist vollkommen übertrieben. Auch seinen Vermieter wegen „versuchten Mordes“ zu beschuldigen ist wirklich unter der Gürtellinie. Bei solch schweren Beschimpfungen bedarf es auch keiner Abmahnung, sondern Sie dürfen Ihrer Mieterin sogar fristlos kündigen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG München Urt. v. 14.11.14, 452 C 16687/14

Ältere Frau mit Stinkefinger

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