Lenßens Tipp: Haushaltsauflösung über eBay – Vorsicht Steuer!

Dienstag, 01.11.2016 Ingo Lenßen

„Meine Schwiegermutter ist vor kurzem verstorben. Ich habe daher ihre Wohnung aufgelöst und alles, was ging, über eBay verkauft und zu Geld gemacht. Dabei sind ca. 90.000 Euro zusammen gekommen, unter anderem auch deswegen, weil meine Schwiegermutter Porzellan gesammelt hatte. Doch jetzt habe ich Post vom Finanzamt bekommen: Ich soll 19 Prozent Umsatzsteuer zahlen! Ist das rechtens?“

Das kommt tatsächlich drauf an! 

Noch Privatmann oder schon Händler…

Grundsätzlich ist es so: Wer auf eBay eigene Sachen privat verkauft, muss die erzielten Gewinne nicht beim Finanzamt versteuern. Gefährlich wird es aber dann, wenn die Verkaufsumsätze ein besonders großes Ausmaß annehmen. Denn dann wird der private Verkäufer zum Händler und ist verpflichtet, seine Umsätze beim Finanzamt zu versteuern. Ab wann diese Schwelle jedoch tatsächlich überschritten wird, ist immer eine Frage des Einzelfalls.

Vorsicht bei Sammlungen

Das hört sich jetzt vielleicht bedrohlich an, weil bei der Auflösung des eigenen Haushalts natürlich schnell einmal ein hohes Handelsvolumen anfällt. Wenn aber leicht erkennbar nur einmalig private Sachen verkauft werden, sind höhere Summen in der Regel kein Problem! Anders ist es jedoch, wenn z.B. Sammlungen einer anderen/fremden Person - dazu gehört auch eine Schwiegermutter - verkauft werden. Dann werden Sie tatsächlich die Steuer nachträglich entrichten müssen. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesfinanzhof Urteil vom 12. August 2015, Az. XI R 43/13

eBay-Verkauf

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