Lenßens Tipp: Brauche ich unbedingt einen Erbschein bei der Bank?

Mittwoch, 03.02.2016 Ingo Lenßen

„Bei der Testamentseröffnung meines Vaters hat mir das Nachlassgericht gesagt, ich bräuchte keinen Erbschein. Denn der sei sehr teuer (in unserem Fall fast 1000 Euro), und unnötig, da mein Vater ein notarielles Testament gemacht  hatte. Mit dem und der sogenannten „Eröffnungsniederschrift“, sagt das Gericht, sei ich als Erbe ausreichend nachgewiesen. Bei der Bank will die Frau am Schalter jetzt trotzdem einen Erbschein. Also brauche ich nun einen oder nicht?“

Nein, Sie brauchen tatsächlich keinen, egal, was die Frau am Schalter sagt. Denn selbst wenn diese klare Vorschriften von ihrer Bank hat: Sie darf von Ihnen keinen Erbschein verlangen, wenn Sie die Eröffnungsniederschrift und das Testament vorzeigen. Lassen Sie sich also auf keine Spielchen ein und weisen sie auf die Rechtslage hin! Ein Erbschein ist in Ihrem Fall nicht nötig.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BGH Urt. v. 7.6.2005,  XI ZR 311/04

Frau hinter Bankschalter

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