Lenßens Tipp: Darf ich ungestraft die Polizei anlügen?

Montag, 11.01.2016 Ingo Lenßen

„Bei einer Geburtstagsfeier habe ich Alkohol getrunken und bin anschließend Auto gefahren. Natürlich musste die Polizei mich genau an diesem Tag anhalten. Als mich der Beamte dann nach Alkoholgenuss gefragt hat, habe ich gelogen und mit „Nein“ geantwortet. Trotzdem musste ich pusten und dabei kam heraus, dass ich 0,9 Promille hatte. Nun habe ich Angst, dass meine Strafe höher ausfällt, weil ich gelogen habe. Muss ich mir Sorgen machen?“

Nein, müssen Sie nicht. Zumindest nicht, was die Frage nach einer höheren Strafe betrifft. Denn sobald man beschuldigt wird, eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat begangen zu haben, darf man sich immer selbst schützen und muss nicht die Wahrheit sagen. Sie dürfen also ungestraft lügen und Ihre Lüge hat dann keine Konsequenzen! Dieses Vorgehen hat sogar einen Namen: Der sogenannte „Nemo-Tenetur-Grundsatz“. Anders wäre es, wenn Sie als Zeuge befragt werden und mit dem Beschuldigten nicht nahe verwandt sind: Wenn Sie dann lügen, machen Sie sich unter Umständen strafbar und bekommen richtig Ärger…

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