Lenßens Tipp: Autoreparatur nur in der „Vertragswerkstatt“ erlaubt?

Dienstag, 11.08.2015 Ingo Lenßen

„Kürzlich hatte ich mit meinem Auto einen Unfall mit Blechschaden. Die Reparatur ließ ich zwei Tage später in der Werkstatt nebenan erledigen. Dann der Schreck: Von den 6.644,16 Euro Reparaturkosten will meine Versicherung jetzt nur 85 % erstatten. Und das nur, weil ich das Fahrzeug nicht in die Vertragswerkstatt der Versicherung brachte. Dort hatte ich aber zuvor angerufen! Die wären genau gleich teuer gewesen, hatten aber keine freien Termine mehr. Jetzt ärgere ich mich natürlich schwarz. Darf meine Versicherung das denn wirklich machen?“

Ja, das darf sie. Denn Sie haben wahrscheinlich, wie viele andere Autofahrer auch, in Ihrem Versicherungsvertrag eine sogenannte „Werkstattklausel“ stehen. Dadurch zahlen Sie monatlich geringere Beiträge, müssen Ihr Fahrzeug im Schadensfall aber zwingend in einer von der Versicherung auszuwählenden Vertragswerkstatt reparieren lassen. Tun Sie das nicht, ist die Versicherung berechtigt, Ihre Kosten nur anteilig zu erstatten. Und die Gerichte haben außerdem entschieden, dass das sogar dann gilt, wenn die Kosten in der Vertragswerkstatt genau gleich hoch gewesen wären wie in der Werkstatt, in der Sie Ihren Wagen gebracht haben.

Deswegen mein Tipp:

Wenn die Vertragswerkstatt keine freien Termine mehr hat, sollten Sie dies der Versicherung melden. Diese muss Ihnen dann eine andere Vertragswerkstatt nennen. Nur so sind Sie auf der sicheren Seite!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG München Urt. v. 26.09.2014 Az. 122 C 6798/14

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