Lenßens Tipp: Ausblick von Lärmschutzwand verschandelt

Samstag, 18.04.2015 Ingo Lenßen

„Die Bahn plant eine Lärmsanierung an der Eisenbahnstrecke, die direkt von meiner Terrasse aus zu sehen ist. Diese Sanierung umfasst eine 4,5 m hohe Lärmschutzwand aus aufeinandergestapelten Steinkörben. Abgesehen davon, dass mein Blick auf die freien Felder vollkommen versperrt wird, habe ich nun Angst, dass Regenwasser durch die Wand direkt auf mein Grundstück geleitet wird. Kann ich von der Stadt verlangen, die Genehmigung der Lärmschutzwand zu verweigern?“

Nein, das können Sie nicht. Da die Wand nicht direkt auf Ihrem Grundstück gebaut wird, haben Sie nur ein Recht auf Verweigerung der Genehmigung, wenn es Sie derart beschränkt, dass es Ihnen nicht zumutbar wäre. Eine Verschandelung Ihrer Aussicht ist dafür aber nicht ausreichend. Auch die Angst, dass Ihr Grundstück durch das abfließende Regenwasser beschädigt wird, ist laut dem Bundesverwaltungsgericht nicht begründet.

Vor allem aber kann wegen Ihrem Einzelfall nicht auf den Lärmschutz der anderen Anwohner verzichtet werden. Diese haben nämlich ein Interesse an der Wand, da ihnen die Eisenbahnfahrtgeräusche ohne Lärmschutz nicht zugemutet werden können.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

VGH München Urt. v. 20.05.2014, VGH 22 A 12.40062

Lärmschutzwand

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