Lenßens Tipp: Anerkennung als Arbeitsunfall trotz kleinem Umweg?

Montag, 12.09.2016 Ingo Lenßen

„Vor drei Wochen habe ich auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall verursacht. Die Berufsgenossenschaft weigert sich jetzt allerdings, das Ganze als Arbeitsunfall anzuerkennen, weil der nicht auf dem direkten Weg zu meiner Arbeitsstelle geschah. Ich bin an dem Tag nämlich wegen eines Staus einen Umweg gefahren. Lohnt es sich zu klagen?“

Ja, Sie sollten klagen! Denn Folgendes sollten Sie unbedingt wissen: Grundsätzlich muss die Versicherung zwar tatsächlich nur zahlen, wenn sich der Unfall auf dem direkten Weg von der Wohnung zur Arbeitsstelle ereignet hat. Das bedeutet, dass selbst kleinste Umwege (zum Beispiel zum Bäcker) nicht als Arbeitsunfall versichert sind, weil sie keinen unmittelbaren Bezug zur Berufstätigkeit haben. 

ABER!

In Ihrem Fall gilt jedoch, dass Sie durch den Umweg lediglich schneller zur Arbeit gelangen wollten. Sie hatten also die ganze Zeit das Ziel vor Augen, den Ort der Beschäftigung zu erreichen. Deshalb muss der Unfall als Arbeitsunfall anerkannt werden, egal, ob der Weg länger war oder nicht.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landessozialgericht Hessen Urt. v. 14.07.2015 Az. L 3 U 118/13

Autounfall mit zerstörter Front

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