Lenßens Tipp: Müssen Arbeitgeber für die Fahrtkosten der Bewerber aufkommen?

Montag, 05.10.2015 Ingo Lenßen

„Ich wohne am Bodensee und suche eine neue Arbeitsstelle. Deswegen habe ich mich auf eine Stellenanzeige in Hamburg beworben und wurde auch prompt zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Leider habe ich die Stelle aber schlussendlich doch nicht bekommen. Kann ich jetzt nachträglich von der Firma verlangen, dass diese mir die Kosten für meine Reisekosten erstattet?“

Ja, das können Sie! Denn potentielle Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, den Bewerbern die Reisekosten zur Teilnahme am Vorstellungsgespräch zu erstatten. Dabei spielt es keine Rolle, wie weit die Reise ist und welches Verkehrsmittel der Bewerber wählt. 

Aber Achtung:

Es müssen aber vom „Arbeitgeber“ nur die Kosten erstattet werden, welche auch erforderlich und angemessen sind. Wer sich also beispielsweise als Putzfrau bewirbt, kann wohl nicht erwarten, das Erste-Klasse-Ticket der Bahn bezahlt zu bekommen. Außerdem achten Sie unbedingt auf das „Kleingedruckte“ in der Stellenausschreibung oder in der Einladung zum Bewerbungsgespräch: Der Anspruch auf Ersatz entfällt nämlich dann, wenn dort extra steht, dass Reisekosten nicht erstattet werden…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§§ 662, 670 BGB

Junge Büroangestellte bei Vorstellungsgespräch

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