Lenßens Tipp: Erhöht einmalige Unterhaltsabfindung meinen Krankenkassenbeitrag?

Dienstag, 02.06.2015 Ingo Lenßen

„Mein Mann und ich haben uns scheiden lassen. Ich konnte wählen zwischen monatlichem Unterhalt oder einem einmaligen Abfindungsbetrag. Da wir wirklich nur noch streiten und ich nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, entschied ich mich für den einmaligen Betrag. Diesen rechnet mir meine Krankenkasse aber jetzt geteilt auf die nächsten zwölf Monate auf meinen Verdienst an, und dadurch steigen meine Krankenkassenbeiträge natürlich enorm, denn sie werden ja nach dem Verdienst bemessen. Ist das gerecht? Schließlich hätte ich mir das Geld auch monatlich auszahlen lassen können, dann wäre es auf eine viel längere Zeit verteilt worden und meine Beiträge geringer.“

Nein, das ist nicht gerecht. Deshalb muss laut dem Landessozialgericht bei der Bemessung der Beiträge ein Unterhaltsanspruch, der aus einer beendeten Ehe resultiert, auf mindestens 10 Jahre angerechnet werden. Schließlich sind mit der Zahlung der einmaligen Abfindung jegliche Ansprüche beglichen. Ihre Wahl darf Ihnen nicht zum Nachteil gemacht werden. Also wehren Sie sich.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen Urt. v. 29.1.15, L 1/4 KR 17/13

Businessfrau mit Baby

Weitere Artikel

Kommentare