Legal-Tech-Unternehmen: Per Mausklick zum Recht

Samstag, 02.12.2017

Verbraucher haben starke Rechte. Werden Dienstleistungen nicht korrekt erbracht, steht ihnen Schadenersatz zu. Oft ist dieser in seiner Höhe exakt definiert, muss aber umständlich geltend gemacht werden. Genau an dieser Stelle setzt das Geschäftsmodell von Legal-Tech-Unternehmen an. Sie setzen das Recht des Einzelnen durch.

Der Flug war verspätet, der Zug fiel aus und von höherer Gewalt konnte keine Rede sein. In vielen Fällen ist das Recht eindeutig auf der Seite des Verbrauchers. Es durchzusetzen, kostet jedoch Zeit, Nerven und ein gewisses Knowhow. Unternehmen, die sich auf das Eintreiben berechtigter Forderungen spezialisiert haben, bringen diese Zeit gerne auf. Sie leben davon, denn für den Service wird eine Provision kassiert. Geprellte Verbraucher zahlen diese gern, denn das Geld stammt aus der Erstattung, die es sonst (vielleicht) gar nicht geben würde. Es besteht somit kein Risiko.

Mit professioneller Hilfe zum Erfolg

In ihrer Grundidee ganz ähnlich ist das Prinzip, Kosten im Namen des Verbrauchers abzuwehren – und auch hier ringen die Legal-Tech-Unternehmen inzwischen um Marktanteile. Sie greifen zum Beispiel ein, wenn nach der Wochenendtour ins Grüne mal wieder die Knöllchen ins Haus flattern – sich der gesetzestreue Familienvater aber keiner Schuld bewusst ist.

Auch wenn der Vermieter die Mietpreisbremse  im Großstadt-Dschungel ignoriert, kommt Hilfe gerade recht. In diesem Fall kümmert sich zum Beispiel das Berliner Unternehmen wenigermiete.de um die Verbraucherrechte. Der skeptische Mieter gibt dabei einfach seine Daten in den Mietrechner ein und erfährt so, welche Chancen und welches Sparpotential bestehen. Sind Erfolgsaussichten gegeben, übernehmen die Rechtsanwälte des Legal-Tech-Unternehmens den Rest.

Datenerhebung steigert die Erfolgsaussichten

In den genannten Fällen vereint der jeweilige Service gleich mehrere Vorteile. Die anbietenden Unternehmen haben nämlich nicht nur das notwendige Personal und Knowhow, um Ihre Rechte durchzusetzen, sie verfügen auch über einen entscheidenden Wissensvorsprung. Ein Beispiel: Bei "geblitzt.de" gehen täglich Verbraucher-Beschwerden ein, weil diese angeblich zu Unrecht geblitzt wurden. Nun ist "zu Unrecht" ein dehnbarer Begriff und der Ertappte nicht unbedingt objektiv – das kennt man von sich selbst. Stellt "geblitzt.de" nun aber fest, dass sich die Beschwerden für Blitzer X extrem häufen, gehen sie der Sache nach und wehren die Forderungen ab – oft mit Erfolg.

David gegen Goliath? Nicht mit Legal-Tech-Unterstützung

Attraktiv für die Verbraucher ist der Service der Legal-Tech-Unternehmen noch aus einem anderen Grund: Die beklagten Unternehmen wissen, dass der professionelle Dienstleister die Sache bis zum Ende betreibt. Es wird „auf Augenhöhe“ gestritten, das hebt die Zahlungsmoral. So kommt der Fluggast, der mit dreistündiger Verspätung am Ziel landet, über Anbieter wie Skyrights, Flightright oder FairPlane sicherlich schneller und sicherer an sein Geld, oder zumindest an den größten Teil davon.

Hinweis: Mit Bahn-Buddy.de gibt es ein vergleichbares Angebot inzwischen auch für Bahnkunden. Die notwendigen Belege kann man nach der Registrierung einfach hochladen.  

Warten auf dem Flughafen

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