Lebensmittelvergiftung nach dem Restaurantbesuch – Das können Sie tun

Donnerstag, 22.02.2018

Bei einer Lebensmittelvergiftung nach einem Restaurantbesuch ist zunächst vor allem medizinische Hilfe gefragt. Nachdem Brechreiz und Magenkrämpfe überwunden sind, stellt sich aber auch die Frage: Kann man den Besitzer des Restaurants haftbar machen?

Ernst Tabori, ärztlicher Direktor am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg, erklärt dazu auf spiegel.de: „Eine grob fahrlässig verursachte Magen-Darm-Infektion ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Körperverletzung.“ Schadenersatz zu erhalten dürfte dennoch nicht leicht sein, da oft der Nachweis der Ursache fehlt.

Was tun, wenn die Übelkeit auf das Restaurantessen folgt?

Erleiden die Gäste des Restaurants eine Lebensmittelvergiftung, ist das auch für den Betreiber des Gastronomiebetriebes eine Katastrophe. Wird seine Schuld nachgewiesen, zum Beispiel bei mangelnder Hygiene, droht nicht nur die sofortige Schließung des Restaurants, sondern auch eine hohe Geld- oder Haftstrafe.  

Um diesen Nachweis zu erbringen, bedarf es allerdings eines gezielten Abgleichs von den verursachenden Bakterien beim Betroffenen (Stuhlproben) und an den servierten Speisen. Gelingt dies, bleibt noch immer die Frage, welche Zutat genau für die Kontaminierung verantwortlich ist. Das herauszufinden, kann lange dauern und gelingt oft nicht.

Beispiel EHEC-Skandal 2011

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den EHEC-Skandal in Deutschland 2011 mit mehr als 3.000 Betroffenen und Dutzenden Toten. Trotz der großen Anzahl der Geschädigten, der einen Abgleich zur Ermittlung der Ursache vereinfachen sollte, wurde damals wochenlang ergebnislos geforscht. Die Gesundheitsbehörde rief zwischenzeitlich sogar zu einem Verzicht auf Gurken, Tomaten und Blattsalat auf, bevor bestimmte Sprossen als Schuldige ausgerufen wurden. Entschädigung? Erhielten Dank EU die Bauern, die ihr Gemüse nicht mehr verkaufen konnten. Von den EHEC-Opern wurde nichts dergleichen gemeldet.

So handeln Sie richtig: Lebensmittelvergiftung im Restaurant

Zu Vergiftungen kommt es an Imbissbuden ebenso wie in Sterne-Restaurants, denn oft sind die gelieferten Lebensmittel der Auslöser, nicht Probleme mit der Hygiene.

Nach einer Vergiftung sollten Sie das Restaurant umgehend von den Problemen unterrichten, um andere vor einer Vergiftung zu schützen. Zusätzlich kann das Gesundheitsamt informiert werden. Bestehen Zweifel an der Einhaltung der Hygienevorschriften, ist auch dieser Schritt zwingend. Der Weg zum Anwalt lohnt meist nicht, schon aufgrund der Nachweis-Problematik. Die meisten Restaurantbesitzer werden zumindest versuchen, Sie mit einem kostenfreien Mahl in bester Qualität zu entschädigen.  

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