Konsumententäuschung: Diese 10 Hersteller waren besonders dreist

Freitag, 08.09.2017

Der Lebensmittelmarkt ist umkämpft. Um die eigenen Produkte an den Kunden zu bringen, werden die Marketing-Abteilungen kreativ. Gar nicht selten schießen die Verantwortlichen dabei übers Ziel hinaus – und werden in die Schranken gewiesen.   

Beispiele für eine Irreführung der Konsumenten gibt es viele. Oft jedoch hangeln sich die Hersteller am Rande der Legalität entlang. Erst wenn die Abmahnung kommt, beugt man sich dem geltenden Recht. Schließlich ist das Strafmaß für Lebensmitteltäuschung nicht zu vernachlässigen. Neben Geldstrafen sieht das Gesetz auch mehrjährige Haftstrafen vor.

Zehn Beispiele, wie kreativ mit dem Lebensmittelgesetz umgegangen wird: 

Platz 10: Himbeer-Vanille von „Teekanne“

"Felix Himbeer-Vanille-Abenteuer" war der schöne Name eines Heißgetränks aus dem Hause „Teekanne“. Verbraucherschützer beklagten jedoch, dass das Produkt weder Himbeere noch Vanille enthielt. Was folgte, war ein mehrjähriger Gerichtsprozess, der bis vor den BGH und EuGH führte. 2015 kam dann das Aus für das Angebot. Erkenntnisgewinn: Beworbene Inhaltsstoffe müssen im jeweiligen Produkt auch enthalten sein. 

Platz 9: „Müller“-Joghurt

„Natürlich leicht durch Buttermilch“, durften sich die Verbraucher 2011 beim Lebensmittelkonzern (Theo) „Müller“ freuen. Das Kleingedruckte hätten Figurbewusste allerdings lesen sollen: Zwar war der Fettgehalt im Joghurt reduziert, der Kalorienwert lag jedoch höher als bei normalen fettarmen Produkten. 

Platz 8: Gänseleber-Pâté von „Lacroix“

Wer sich 2012 die Gänseleber-Pâté von „Lacroix“ gönnte, musste sich ums liebe Federvieh nicht sorgen. Gänseleber machte hier nämlich nur zwei Prozent der Inhaltsstoffe aus. Für Schweine ging die Sache mit 28 Prozent weit übler aus.

Platz 7: Tannenhonig Spezialität

„Grüße aus dem Schwarzwald“ hieß es im ersten Halbjahr 2016 noch auf dem Etikett der „Tannenhonig Spezialität“ der Hermann Wein GmbH & Co KG, Freudenstadt. Da der Honig im Glas jedoch irgendwo aus der EU stammte, ging die Verbraucherzentrale Hessen dagegen vor. Das Etikett wurde geändert.

Platz 6: „Bonbel Paprika“

„Laktosefrei“, lasen die Kunden bis 2012 beim Kauf des Käses Bonbel Paprika der Bel Deutschland GmbH, Taufkirchen. Die Überraschung kam mit dem Kleingedruckten, in dem auch der Laktose-Anteil angegeben war. Mit 0,1 Gramm fiel dieser zwar gering aus, irritierte aber trotzdem. Auch die Verbraucherzentrale sah einen Fall irreführender Werbung. Bel versprach schließlich, das „laktosefrei“ zu entfernen.

Platz 5: Fassbrause Rhabarber

Die „Bitburger Fassbrause Rhabarber“ ziert neben dem Namen ein schönes Bild des beliebten Gewächses, von dem allerdings nichts im Getränk enthalten ist. Das missfiel den Verbraucherschützern. Die Brauerei änderte im Herbst 2013 das Etikett. „Aus natürlichen Aromen“ heißt es nun ergänzend. Ob das Irrtümer ausschließt?

Platz 4: Schwarze Oliven, entsteint

„Schwarze Oliven, entsteint“ war 2015 auf dem Etikett eines Olivenglases von „Gut & Günstig“ zu lesen. Tatsächlich jedoch handelte es sich um grüne Oliven, die geschwärzt wurden – was seitlich auf dem Schild auch angegeben war. Nach der Abmahnung hat Edeka dieses Detail nun deutlicher herausgehoben.

Platz 3: „Miree Walnuss“

Für Verbraucherärger sorgte 2014 auch der Frischkäse „Miree Walnuss“. Angegeben war hier ein Walnussanteil von 22 Prozent, bezogen auf die enthaltenen Walnusszubereitung von acht Prozent. Tatsächlich lag der Walnussanteil bezogen auf das Gesamtprodukt damit unter 2 Prozent. Der Hersteller hat sich verpflichtet, diese Zahl künftig explizit zu nennen.

Platz 2: „Leicht & Cross“ Knusperbrot

Um die Menge ging es 2016 beim Gerichtsstreit der Verbraucherzentrale (vzbv) gegen „Griesson - de Beukelaer“. Auf einer „Leicht & Cross“-Verpackung für Knusperbrot war mit: „Eine Packung enthält 5 Portionen, 1 Portion (4 Scheiben): 26 Gramm“ geworben worden. Tatsächlich enthielt die Packung aber keine 20 Scheiben. Die Portionsangaben wurden inzwischen geändert.    

Platz 1: KitKat & Co.

Für Ärger sorgen immer wieder (erlaubte) Änderungen an Verpackungen, in denen dann letztlich fürs selbe Geld weniger Inhalt ist. Das ist legal, führt die Käufer aber dennoch hinters Licht. Ein Beispiel: Der Riegel KitKat von Nestlé verlor im Sommer 2016 plötzlich einige Gramm an Gewicht. Die 5er-Packung für 1,49 Euro brachte nun statt 225 nur noch 207,5 Gramm auf die Waage.    

Mann mit kleinem Hamburger

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