Adoption eines Kindes: Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Donnerstag, 29.03.2018

Die Adoption eines Kindes ist in Deutschland an Bedingungen geknüpft. Viele davon würden auch leibliche Eltern nicht erfüllen. Vorgeschrieben ist zunächst ein Mindestalter von 25 Jahren. Bei Ehepartnern darf einer der Partner jünger sein, mindestens jedoch 21.

Alleinstehenden steht die Möglichkeit zur Adoption ebenso offen wie Ehepaaren. Ein Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen Ehepaaren wird nicht gemacht. Wer unverheiratet in einer Partnerschaft lebt, kann ebenfalls ein Kind adoptieren, nicht jedoch gemeinsam mit dem Partner. In allen Fällen wird die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit verlangt.

Ein Höchstalter gilt weder für die Adoptiveltern noch für den Adoptierten. Auch die Adoption von Volljährigen ist gelebte Praxis, gerade aus erbrechtlichen Gründen. Bei der Adoption von Minderjährigen wird jedoch darauf geachtet, dass ein „Eltern-Kind-Verhältnis“ auch vom Altersunterschied möglich erscheint. Rentner werden daher kaum einen Säugling zur Adoption erhalten. Da die Zahl der Adoptionswilligen die Zahl der zur Adoption freigegebenen Kinder deutlich übersteigt, können die Kriterien streng eingehalten werden.

Wer muss einer Adoption zustimmen?

Die leiblichen Eltern (beide) und das Kind selbst müssen der Adoption zustimmen. Hat das Adoptivkind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet, erfolgt die Zustimmung über einen gesetzlichen Vertreter.

Werden Adoptiveltern bei Minderjährigen geprüft?   

Die Adoptionsvermittlungsstelle – also zum Beispiel das Jugendamt oder die Diakonie – werden die Bewerber genau prüfen. Ist das Mindestalter nicht erreicht oder der Bewerber nicht geschäftsfähig, ist eine Adoption wie bereits dargelegt ausgeschlossen. Ein zu großer Altersunterschied mindert die Chancen, Ehepaare werden im Vergleich zu Alleinstehenden bevorzugt. Ob in der Praxis ein Nachteil für Schwule und Lesben besteht, muss sich noch erweisen und dürfte regional unterschiedlich sein.

Vorzulegen sind:

  • Gesundheitszeugnisse: Der gesicherten Kindesbetreuung dürfen keine gesundheitlichen Gründe entgegenstehen.
  • Einkommenssteuerbescheide: Die finanzielle Absicherung des Kindes muss absehbar gewährleistet sein.
  • Polizeiliche Führungszeugnisse: Vorstrafen stehen einer Adoption oft entgegen, manche Delikte schließen sie aus.

Sind alle „Formalien“ erfüllt, geht es um die persönliche Eignung der Bewerber. Adoptionsvermittler ziehen die Bewerber ins Gespräch und versuchen so möglichst objektiv zu ermitteln, ob die künftigen Adoptiveltern auch in heiklen Situationen richtig reagieren könnten. Im Rahmen dieser „Tests“, die zur Belastungsprobe werden können, ist auch mindestens ein Hausbesuch geplant.

Hinweis: Gerade Paare, denen der Wunsch nach einem eigenen Kind versagt geblieben ist, müssen sich beweisen. Zu den Voraussetzungen der Adoption gehört, dass das Adoptivkind nicht als „Ersatz“ für den unerfüllten Nachwuchs-Wunsch gesehen wird, ohne dieses Problem verarbeitet zu haben. 

Kind zwischen seinen Eltern

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