Kinderkrankengeld: Was Ihnen zusteht

Donnerstag, 06.04.2017

Ist das Kind krank, sind Mama oder Papa daheim als Pfleger gefragt. Das heißt zugleich: Der Job muss warten, die Betreuung geht vor. Wer aber bezahlt den Arbeitsausfall? Zumindest bei allen gesetzlich Versicherten gibt es dafür eine Antwort: die Krankenkasse über das Kinderkrankengeld.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie während Ihrer Freistellung, auf die Sie Anspruch haben, 90 Prozent Ihres üblichen Netto-Arbeitsentgelts. Wurde in den zurückliegenden Monaten eine beitragspflichtige Einmalzahlung gewährt, erhöht sich der Betrag auf die vollen 100 Prozent. Die Höhe der Einmalzahlung spielt dabei keine Rolle. Das Kinderkrankengeld, oft auch als Kinderpflege-Krankengeld bezeichnet, ist allerdings bei 70 Prozent der täglichen Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenkasse gedeckelt.

Welche Voraussetzungen für das Kinderkrankengeld bestehen?  

Die Zahlung des Kinderkrankengeldes setzt zwingend voraus, dass Sie und Ihr Kind gesetzlich krankenversichert sind. Sie müssen zudem nachweisen, dass die Pflege notwendig ist (ärztliches Attest) und nicht von einer anderen Person im Haushalt übernommen werden kann. Das ist gegeben, wenn Sie alleinerziehend sind oder Ihr Partner ebenfalls berufstätig ist.

Das zu pflegende Kind darf das 12. Lebensalter noch nicht vollendet haben. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Behinderung vorliegt.

Wie lange wird das Kinderkrankengeld gezahlt?

Kinderkrankengeld wird pro Kind und Elternteil für zehn Tage im Kalenderjahr gewährt. Haben Sie für Ihren erkrankten Sprössling bereits für zehn Tage im laufenden Kalenderjahr Krankengeld bezogen, kann ihr Partner dies für weitere zehn Tage beanspruchen. Bei Alleinerziehenden erhöht sich die Dauer auf 20 Tage.

Leben mehrere Kinder im Haushalt, besteht dieser Anspruch für jedes Kind neu – allerdings nur bis zu einem Maximum von 25 Tagen im Kalenderjahr. Bei Alleinerziehenden sind es 50 Tage.

Eine Ausnahme für diese Begrenzungen besteht bei Kindern, die palliativ-medizinisch behandelt werden und bei denen in den nächsten sechs Monaten mit dem Tod gerechnet werden muss. Hier wird das Kinderkrankengeld bis zum Tod des Kindes gezahlt.  

Mutter pflegt krankes Kind

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