Missgeschick in der Weihnachtszeit: Muss ich für einen durch mein Kind verursachten Brandfleck aufkommen?

Sonntag, 24.12.2017

Das Unglück ist schnell passiert: Die Eltern besuchen mit ihrem 5-jährigen Sohn Max die Nachbarin, wie jedes Jahr in den Weihnachtstagen. Als Max das neue Rennauto auspackt, fällt die Kerze um und sofort ist ein großer Brandfleck in der Couch. Kein kleiner Schaden – und wer haftet? 

Tatsächlich spielen bei der Haftung in solchen oder ähnlich gelagerten Fällen verschiedene Aspekte eine Rolle: Die Deliktfähigkeit des Kindes, die erst ab sieben Jahren einsetzt, die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht durch die Eltern oder Nachbarn, die Frage des Versicherungsschutzes – von der Privathaftpflicht über die Familienhaftpflicht bis hin zum Einschluss der jüngsten Familienmitglieder.

Konkreter Fall: die Versicherung ist nicht zuständig

Im oben beschriebenen Fall ist Max erst 5 Jahre alt und damit nicht deliktfähig. Er kann also selbst noch nicht für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Eltern sitzen in diesem Fall mit am Tisch, können das Unglück aber nicht verhindern. Von einer Verletzung der Aufsichtspflicht kann daher keine Rede sein, schließlich waren sie nicht abwesend, sondern nur nicht schnell genug.

Aus rechtlicher Sicht sind weder Max noch seine Eltern Schuld, womit ihre Versicherung nicht greift. Das Ergebnis: Die Nachbarin muss mit dem Schaden leben oder auf die Kulanz ihrer Besucher hoffen.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung?

Verändern wir die Konstellation leicht, ändert sich auch die Haftung.

Hätten die Eltern den Raum längere Zeit mit der Nachbarin verlassen, Max also unbeaufsichtigt gelassen, träfe sie die Schuld: Es wäre ein klassischer Fall von Verletzung der Aufsichtspflicht , wobei der häufig zu lesende Satz „Eltern haften für ihre Kinder“ Anwendung finden würde.

Die Eltern müssten den Schaden bezahlen, was ihre Haftpflichtversicherung übernehmen würde, wenn Schäden durch deliktunfähige Kinder im Versicherungsschutz eingeschlossen sind. Diese Option wird bei Familienversicherungen zusätzlich angeboten, häufig allerdings mit einer Selbstbeteiligung.

Ist Max zum Zeitpunkt des von ihm verursachten Unglücks schon sieben Jahre oder älter, kann er selbst für den Schaden haftbar gemacht werden. In diesem Fall zahlt die „normale“ Haftpflicht für Familien, die Eltern dringend empfohlen wird.

Kind hinter Adventskerzen

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