Kann man eine Firma vererben?

Dienstag, 10.10.2017

In Deutschland werden in den kommenden Jahren zehntausende Unternehmen ihren Besitzer wechseln, da der bisherige Firmenbesitzer aus Altersgründen ausscheidet oder verstirbt. Eine Firma zu vererben ist nicht kompliziert, sollte aber gut vorbereitet werden.

Das Vererben der Firma oder von Firmenanteilen folgt grundsätzlich denselben Regeln wie beim Privatvermögens: Existiert kein Testament, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Das bedeutet, dass der Ehepartner und die Kinder als Begünstigte in der Verantwortung stehen, zumindest wenn sie das Erbe annehmen und im Gesellschaftervertrag keine anderweitigen Regelungen getroffen wurden.

Die Firma für die Zukunft sichern

Eine Firma ist mehr als ein Geldwert. Oft handelt es sich um das Lebenswerk des Erblassers, das dieser auch nach seinem Tod in kompetenten Händen wissen will. Führt eine Übergabe gemäß Erbfolge nicht zum gewünschten Ergebnis, ist eine testamentarische Regelung zwingend. Diese sollte im Vorfeld mit den Pflichterben und dem/den Begünstigten besprochen werden, um Überraschungen und finanzielle Engpässe zu vermeiden. Schließlich steht den gesetzlichen Erben eine Entschädigung zu, die gestemmt werden muss.   

GmbH vererben

Gerade bei einer GmbH sollte sich der Erblasser vor der Aufsetzung des Testaments informieren, welche Bestimmungen im Gesellschaftsvertrag festgelegt wurden. Für den Erbfall sind hier häufig Einziehungs- und Zwangsabtretungsklauseln vorgesehen, um eine Zersplitterung bei den Eigentums- und damit auch bei den Mitbestimmungsverhältnissen zu vermeiden. Gesellschafter werden damit nur qualifizierte Erben. Für andere Berechtigte sind Abfindungsklauseln denkbar, die den Pflichtteil abdecken.

GbR vererben

Bei einer GbR folgt auf den Tod eines Gesellschafters in der Regel die Auflösung der Gesellschaft. Eine Fortsetzungsklausel im Gesellschaftsvertrag kann diesen Automatismus jedoch durchbrechen. Der Erbe tritt damit die Nachfolge des Verstorbenen an. Bei mehreren Erben kann im Gesellschaftervertrag oder Testament bestimmt werden, wer die Nachfolge übernehmen soll.  

Sollen die Kinder die Firma übernehmen, sind zum Todeszeitpunkt aber noch zu jung, kann der Erblasser die Einsetzung eines Übergangs-Geschäftsführers bis zur Volljährigkeit bestimmen. Der Testamentsvollstrecker kann im Rahmen seiner Tätigkeit auch längerfristig Firmenanteile für minderjährige Erben verwalten.  

Gespräch mit älterem Paar

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