Kaffee-Kapsel-Verbot auf Mallorca?

Montag, 26.02.2018

Die Regionalregierung der Balearen sagt Einwegprodukten den Kampf an. Ziel ist es, das enorme Aufkommen an Müll von der Plastiktüte bis zur Kaffee-Kapsel drastisch zu reduzieren. Gerade Mallorca übernimmt dabei eine Vorreiterrolle, wohl auch der Not gehorchend: Die Verbrennungsanlage ist schon heute massiv überlastet.

Tritt das jetzt verabschiedete Gesetz in Kraft, stehen spätestens ab 2020 massive Änderungen an, die Einheimische und Touristen gleichermaßen betreffen. Die immer beliebteren Einwegkapseln aus Aluminium für Heißgetränke würden damit vollständig vom Markt verschwinden. Auch Wegwerfbecher, Trinkhalme, Einwegrasierer und jede Form von Plastikgeschirr wären verboten. Selbst beim Lutscher würde der gute alte Holzstiel wieder zum Zuge kommen. Erlaubt bliebe per Gesetz nur, was biologisch abbaubar ist – oder über ein funktionierendes Rücknahmesystem der Händler recycelt werden kann. 

Unnötiger Müll muss vermieden werden

Das Umweltministerium der Balearen verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass immer mehr unnötiger Müll produziert wird. Notwendig sei ein radikaler Umdenkprozess. Das betreffe alles von den Sangria-Trinkhalmen am Ballermann bis zu Einwegflaschen und Plastiktüten. Derzeit liegt allein der Verbrauch der Tüten in Spanien bei durchschnittlich 100 Stück pro Einwohner jährlich. Recycelt würden davon kaum zehn Prozent.

Gerade auf Mallorca – zu den Balearen zählen auch Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera – ist man intensiv auf Müllvermeidung bedacht. Plastiktüten sollen nun spätestens ab 2019 verboten sein. Für die Inselhauptstadt Palma war bereits für 2018 ein Plastiktütenverbot erlassen worden, der Einzelhandel zog jedoch gegen die Regelung vor Gericht. Hier wurde angeordnet, dass zunächst eine neue Abfallordnung erarbeitet werden muss.

Wohin mit Tonnen an Unrat, Plastikmüll und Asche?

Untätig bleiben wird man dennoch nicht, denn der Druck ist hoch. Die einzige Müllverbrennungsanlage ist zwar in ihrer Kapazität erweitert worden, aber selbst die entstehende Asche wird nun zum Problem. Jährlich kommen 45.000 Tonnen hinzu, was schon im Frühjahr die verfügbaren Speicher sprengen dürfte.

Um ein Gefühl dafür zu erhalten, welchen Stellenwert allein ein Kaffee-Kapsel-Verbot in Sachen Müllvermeidung besitzen könnte: Allein Nestlé verkauft Schätzungen zufolge mehr als acht Milliarden Nespresso-Kapseln im Jahr.

Kaffee-Kapseln

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