Jobwechsel zur Konkurrenz: Ist das erlaubt?

Dienstag, 06.03.2018

Ein Wechsel zur Konkurrenz ist oft lukrativ. Der neue Arbeitgeber weiß um die Kenntnisse seines künftigen Mitarbeiters und lockt nicht selten mit einem Plus in der Lohntüte. Unfair sollte es beim Jobwechsel dennoch nicht zugehen: Wer in den Verdacht gerät, Interna zu verkaufen, wird auch beim neuen Chef auf Misstrauen stoßen. Was ist erlaubt?

Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer frei, nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ein neues zu beginnen, auch bei der Konkurrenz. Fristen gelten dafür nicht, es sei denn, sie wurden im alten Arbeitsvertrag verbindlich vereinbart.

Wann gilt ein Konkurrenzverbot?

Das Konkurrenzverbot kann im Arbeitsvertrag vereinbart werden, was bei Spezialisten und Führungskräften häufig der Fall ist. Es untersagt dem Arbeitnehmer, nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses für eine bestimmte Dauer einen Job bei einem konkurrierenden Unternehmen anzunehmen oder in anderer Form für die andere Firma tätig zu werden. Die Sperre darf maximal 24 Monate betragen und muss vergütet werden. Die sogenannte Karenzentschädigung kommt den alten Arbeitgeber dabei recht teuer zu stehen: Zu zahlen sin mindestens 50 Prozent der zuvor erhaltenen vertraglichen Bezüge (inklusive Leistungszulagen oder Urlaubsgeld, bei Lohnschwankungen auf Basis des Durchschnitts der vergangenen drei Jahre). Ist diese Vergütung nicht im Vertrag geregelt, gilt auch das Konkurrenzverbot als nichtig.

Welche Tätigkeiten bleiben erlaubt?

Der Arbeitnehmer kann natürlich jederzeit in einer anderen Branche tätig werden (wobei sich das gezahlte Karenzgeld verringert). Es ist ihm zudem gestattet, vorbereitende Tätigkeiten für die Jobaufnahme bei der Konkurrenz zu treffen, also zum Beispiel seinen künftigen Dienstwagen zu konfigurieren.

Sonderfall Kündigungsschutzklage

Läuft eine Klage auf Kündigungsschutz, bleiben parallele Tätigkeit für die Konkurrenz ebenso untersagt wie während der Dauer der Beschäftigung selbst. Solange die Klage nicht entschieden ist, darf also auch nicht für Konkurrenten gearbeitet werden.    

Manager im Büro blickt in die Ferne

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