Ist Äpfel pflücken beim Wandern schon Diebstahl?

Donnerstag, 30.11.2017

So erfrischend es auch ist: Wer beim Wandern fremde Äpfel nascht, begeht einen Diebstahl. Das Gesetz – Paragraph 242 StGB – macht hier keinen Unterschied zwischen Obst, Lebensmitteln oder Schreibwaren. Im schlimmsten Fall droht eine Geld- oder Haftstrafe.  

Eine erfrischende Stärkung ist auf der Wanderung aber dennoch nicht ausgeschlossen. Wildwachsende Beeren im Wald oder am Feldrain dürfen im Rahmen des Eigenbedarfs genascht werden. Das Bundesnaturschutzgesetz macht das möglich und legitimiert so zum Beispiel auch das Pilzesammeln (im beschränkten Maße!).

Auch wildwachsendes Obst darf natürlich genutzt werden, ist aber selten geworden. Die meisten Bäume und Sträucher haben einen Besitzer, auch wenn sie am Straßenrand wachsen.

Kein Kläger, kein Richter

In der Praxis ist es wie so oft: Freundlichkeit hilft. Kaum ein Landwirt wird dem Wanderer einen Apfel verweigern, wenn er höflich danach fragt.

Strafe droht dem Erwischten auch sonst nur, wenn der Geschädigte Anzeige erstattet. Es handelt sich um einen Diebstahl von geringem Wert, da der Schaden deutlich unter 50 Euro bleibt. Polizei und Staatsanwaltschaft werden hier erst auf Ersuchen aktiv.    

Es bleibt Diebstahl

Dennoch: Wer Obst von den Bäumen anderer nimmt, ist ein Dieb. Bis in die 1970er Jahre galt dies noch als „Mundraub“ und wurde (obgleich strafbar) meist stillschweigend toleriert. Diese Zeiten sind vorbei. 

Frau pflückt Apfel

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