Irrtümer rund um Ihr Bankkonto

Sonntag, 25.06.2017

Stellen Sie sich vor, Sie hätten kein Bankkonto. Keine Lohnüberweisung, keine Miet-Abbuchungen, kein Bargeld vom Automaten. Schwer vorstellbar? Dann sparen Sie sich die Fantasie. Ohnehin ist es ein Irrtum, dass dies im Alltag passieren kann.

In Deutschland hat jeder das Recht auf ein Konto, zumindest sofern er geschäftsfähig ist. Es ist also ein Irrglaube, dass der Wohnungslose oder Asylsuchende kein Konto eröffnen kann. Ein Basiskonto steht jedem per Gesetz zu, inklusive der Möglichkeit für Barauszahlungen.

Irrtum 1: … dennoch ist es ein langer Weg, eine Bank zu finden

Solange Sie noch kein Konto haben und nicht bei dieser Bank straffällig geworden sind, ist es genau ein Weg bis zum eigenen Konto: Gehen Sie zur Bank Ihrer Wahl und beantragen Sie Ihr Girokonto. Verweigern darf man Ihnen das nicht.

Irrtum 2: … schöne Theorie, aber nicht mit Schufa-Eintrag

Der Schufa-Eintrag schränkt Ihre Rechte nicht ein, die Bank muss Ihnen ein Konto geben. Tut sie es nicht, braucht es gute Gründe. Anderenfalls setzt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen die Kontoeröffnung durch. Auch Bußgelder gegen die Bank sind möglich.

Irrtum 3: … von all dem hat man nichts, wenn das Konto gepfändet wird

Doch, denn auch das Basiskonto (Jedermann-Konto) kann als Pfändungsschutzkonto geführt werden. Das bedeutet, Sie können einen bestimmten Sockelbetrag (Grundfreibetrag: 1.133,80 Euro) nutzen, ohne dass dieser gepfändet werden darf. Achtung ein „P-Konto“ muss aktiv eingerichtet werden.

Irrtum 4: … man kann also eine Bank ausrauben, und dann dort ein Konto eröffnen?

Das klappt wahrscheinlich nicht. Sind Sie als Bankräuber überführt, haben Sie eine vorsätzliche Straftat gegen das Kreditinstitut begangen. Das zählt zu den Ablehnungsgründen bei der Kontoeröffnung. Sind Sie nicht überführt, stellt sich die Frage: Brauchen Sie wirklich ein deutsches Basiskonto?

Irrtümer rund um Ihr Bankkonto

Weitere Artikel

Kommentare