Instagram-Post während der Arbeitszeit? Kündigung!

Montag, 05.02.2018

Kann aufgrund eines Instagram-Posts die Kündigung drohen? Ja, es kann – wie das jüngste Beispiel der Züricher Privatbank „Lienhardt und Partner“ zeigt. Hier wurde die Sekretärin des CEOs nach einem strittigen Social Media Post vor die Tür gesetzt. Die Umstände des Falls sind speziell, eine Verallgemeinerung daher schwierig. 

Wie das Züricher Finanzblatt „Inside Paradeplatz“ berichtet, hatte die Frau während ihrer Arbeitszeit auf Instagram die Teile von Bewerber-Unterlagen veröffentlicht und sich zugleich über die Rechtschreibung der Job-Anwärter lustig gemacht. Damit hatte die Frau also nicht nur ihre Arbeitszeit für private Zwecke genutzt, sondern auch vertrauliche Papiere einem breiten Personenkreis zugänglich gemacht. Eine Kündigung scheint verständlich.

Verrohte Sitten?

Das Erstaunliche jedoch, so „Inside Paradeplatz“: Der Fall sei zunächst ganz anders gelaufen. Der CEO habe sich nämlich zunächst hinter seine Mitarbeiterin gestellt. Erst als das Vergehen hohe Wellen schlug, habe der Manager kalte Füße bekommen und seine Sekretärin „geopfert“.

Im Zuge der Instagram-Affäre war ans Licht gekommen, dass derlei Posts – auch mit dem Briefkopf der Bank – offenbar eher eine Normalität darstellten. So sei es zuvor wiederholt zu vergleichbaren Veröffentlichungen gekommen. Rund 14.000 Follower habe die gekündigte Bankangestellte damit zuletzt erreicht und gestört habe dieses Gebaren den Chef zuvor offenbar nicht. Das klare Fazit des Branchenblattes: „Der Fisch stinkt vom Kopf.“

Vorsicht auch bei privaten Social Media Posts

Instagram-Veröffentlichungen, in denen sich private und berufliche Belange vermischen, haben schon wiederholt zu Kündigungen und anschließenden Gerichtsverfahren geführt. Mal sind dem Arbeitgeber die veröffentlichten Bilder seiner Angestellten zu freizügig, mal fühlt er sich durch politische Aussagen hintergangen, für die das mit präsentierte Unternehmen nicht steht. Die Gerichte entscheiden im Einzelfall, der Ausgang ist offen. Sicherer ist es allemal, auf Veröffentlichungen im privat-beruflichen Grenzbereich zu verzichten.

Im Züricher Fall dürften die Chancen auf eine Wiedereinstellung schlecht stehen. Wahrscheinlicher ist da schon eher, dass weitere Köpfe rollen. 

Frau mit Handy am Laptop

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