Inkassobrief erhalten? So reagieren Sie

Montag, 25.09.2017

Ein Inkassobrief kostet Nerven. Meist klingen die Drohungen extrem hart und die Inkassogebühren sind hoch. Die Rede ist von Schufa, Lohnpfändung und Haft. Nichts für Zartbesaitete. 

Die Verbraucherzentralen raten: Ruhe bewahren. Das Inkassobüro ist, anders als es den Anschein erweckt, gar nicht in der Lage dazu, seine Drohungen in die Tat umzusetzen. In vielen Fällen gehe es nur darum, aus Angst vor den Folgen eine Zahlung zu erzwingen, die eigentlich jeder rechtlichen Grundlage entbehrt. 

Die ersten Maßnahmen für den Adressaten des Inkassobriefes sind damit:

Überprüfen Sie, ob die Grundforderung berechtigt ist.

  • Ist das nicht der Fall, widersprechen Sie einmal schriftlich. Senden Sie das Schreiben per Einwurf-Einschreiben. („Hiermit widerspreche ich Ihrer Forderungen vom ...“)
  • Ist die Forderung berechtigt, muss sie beglichen werden. Erscheinen die Gebühren zu hoch oder bestehen Zahlungsprobleme, helfen die Verbraucherzentralen weiter.

Ist das Inkassounternehmen seriös?

Der Job des Geldeintreibers scheint schwarze Schafe magisch anzuziehen. Viele Anbieter auf dem Markt sind nicht seriös. Aber es ist möglich, zu einer soliden Einschätzung zu kommen. Prüfen Sie folgende Fakten:

  • Hat das Inkassounternehmen eine gerichtliche Zulassung? Dann ist es im offiziellen Rechtsdienstleistungsregister aufgeführt. Diese Registrierung muss auch aus dem Mahnschreiben hervorgehen.
  • Welcher Gläubiger steckt hinter der Forderung? Liegt dem Schreiben eine Abtretungserklärung oder Inkassovollmacht bei? Ohne dieses darf das Inkassounternehmen nicht tätig werden.

Darüber hinaus gibt es starke Indizien für unseriöses Inkasso: dubiose Forderungen aufgrund angeblicher Online-Verträge, Überweisungskonten im Ausland, oft mit Fremdwährung oder ständig steigende Forderungen ohne eine Rückmeldung auf Ihren Widerspruch zum Beispiel.

Wie geht es weiter?

Haben Sie keine Kenntnis von offenen Rechnungen und den Forderungen einmalig mit Beleg widersprochen (gilt nicht für unseriöse E-Mail-Forderungen, diese können Sie direkt und am besten ungeöffnet löschen), müssen Sie sich über weitere Inkasso-Schreiben nicht sorgen. Ohne Gerichtsbeschluss sind keine Forderungen durchzusetzen – und diesen Weg wird das Inkassounternehmen ganz bestimmt nicht gehen, wenn kein Zahlungsrückstand besteht.

Sind Sie sich unsicher oder fühlen Sie sich bedrängt, wenden Sie sich an die Verbraucherzentralen. Hier hat man Erfahrungen, eventuell sogar mit der Inkassofirma, die von Ihnen Geld fordert. Professioneller Rat kann hier auch sehr beruhigend wirken.       

 

Frau entsetzt

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