In diesen Fällen droht die Sperrfrist bein Arbeitslosengeld

Montag, 12.03.2018

Die Arbeitsagentur hat das Recht, die Auszahlung des Arbeitslosengeldes (ALG 1) für die Dauer von bis zu 12 Wochen zu sperren. Sie beruft sich dabei auf Verstöße gegen das Versicherungsrecht. Die während der Sperrfrist verweigerte Auszahlung wird nicht nachgeholt, das Geld geht dem Arbeitslosen also objektiv verloren.

Gründe für die Verhängung einer Sperrfrist gibt es viele, wobei dem Arbeitslosen immer „versicherungswidriges Verhalten“ vorgeworfen wird. Im Folgenden werden die wichtigsten Gründe genannt. Die rechtliche Grundlage findet sich in § 159 Sozialgesetzbuch III.

Die wichtigsten Gründe für eine Sperrzeit / Sperrfrist beim Arbeitslosengeld

  • Arbeitsaufgabe ohne wichtigen Grund (z.B. Mobbing)
  • Arbeitsablehnung
  • Unzureichende Eigenbemühungen
  • Ablehnung einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
  • Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
  • Meldeversäumnis
  • Verspätete Arbeitssuchendmeldung

Dauer der Sperrfrist

Welche Sperrfrist von der Arbeitsagentur verhängt wird, richtet sich nach dem jeweiligen Vergehen und der Frage, ob es sich bereits um einen wiederholten Verstoß handelt. So führt die Eigenkündigung (Arbeitsaufgabe ohne wichtigen, nachweisbaren Grund) im Regelfall zu einer 12-wöchigen Sperre, die im Einzelfall aber auch auf sechs oder drei Wochen verkürzt werden kann. Eine Verkürzung ist zum Beispiel gerechtfertigt, wenn das Arbeitsverhältnis auch ohne eigenes Verschulden in den folgenden drei oder sechs Wochen geendet hätte.

Hinweis: Auch ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrfrist nach sich ziehen. Dies gilt nicht, wenn ohne Zustimmung zum Vertrag alternativ die ordentliche Kündigung erfolgt wäre.

Lehnt der Arbeitslose eine vermittelte Arbeit oder Eingliederungsmaßnahme ab, sind spätestens mit dem dritten Verstoß 12 Wochen Sperrfrist zu erwarten, bei den ersten Verstößen werden drei Woche Sperre verhängt.

Am kulantesten zeigt sich die Arbeitsagentur bei Meldeversäumnissen, die mit einer einwöchigen Sperrfrist geahndet werden. Wer sich nicht ausreichend um einen neuen Job bemüht, muss mit einer zweiwöchigen Sperre rechnen. 

Frustrierter Mann am Tisch

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