So machen Sie Ihr Haus einbruchsicher: Eine Checkliste

Montag, 04.12.2017

In Deutschland ereignen sich mehr als 420 Wohnungseinbrüche pro Tag. Alle drei Minuten wird damit ein Fenster aufgehebelt, ein Schloss geknackt oder eine Kellertür aus den Angeln gehoben. 100-prozentigen Schutz davor gibt es nicht. Doch das persönliche Risiko als Hausbesitzer oder Mieter lässt sich deutlich senken.

Einbruchsicher wird ein Haus am ehesten, wenn Sie das Risiko für die Einbrecher erhöhen. Benötigen die Diebe für ihren Beutezug viel Zeit oder müssen sie mehr Lärm beim Eindringen verursachen, wächst für sie die Gefahr. Ein Risikofaktor aus Sicht der Eindringlinge ist auch die Unsicherheit, ob Bewohner anwesend sind oder etwa automatisch ein Sicherheitsdienst über ungewöhnliche Vorgänge am Gebäude informiert wird.

Sicherheitstechnik und umsichtiges Verhalten machen es möglich, diese Risiken für die Einbrecher zu schaffen und so das eigene Anwesen zu sichern. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt zu den dafür notwendigen Investitionen sogar noch bis zu 1.500 Euro dazu. 

Checkliste für ein einbruchsicheres Haus: mögliche Maßnahmen  

  • Beim Verlassen des Gebäudes Haustür und Fenster schließen
    • Wer die Fenster kippt oder die Haustür nur ins Schloss fallen lässt, erhöht die Gefahr eines schnellen Einbruchs. Auch der Versicherungsschutz geht so womöglich verloren.
  • Zutritt zum Grundstück erschweren
    • Mauern und Zäune sollten so angelegt sein, dass sie keine Kletterhilfe bilden. Der obere Bereich lässt sich zusätzlich sichern, um ein Übersteigen zu verhindern.
  • Einstiegsmöglichkeiten in obere Stockwerke verhindern
    • Leitern und Gegenstände, die als solche genutzt werden können, sollten auf dem Grundstück verschlossen und damit für Diebe nicht zu erreichen sein.
  • Für eine gute Ausleuchtung sorgen
    • Eine gute Beleuchtung der Zufahrt und im Eingangsbereich hilft nicht nur, Unfälle zu verhindern, sondern bildet auch einen Einbruchsschutz. Viele Lichtanlagen reagieren auf Bewegung, was Einbrechern die Arbeit erschwert.
  • In sichere Schlösser investieren
    • Schutzbeschläge mit einer Zylinderabdeckung erschweren nicht nur das Eindringen, professionelle Einbrecher werden davon auch abgeschreckt – und suchen lieber nach leichterer Beute.
  • Zusätzlicher Schutz vor Überfällen in Anwesenheit
    • Ein von innen angebrachtes Zusatzschloss mit Sperrbügel schützt vor Raubüberfällen in Anwesenheit. Zusätzlich lohnt ein Türspion mit großem Sichtfeld. Dubiosen Gestalten und Vertretern müssen Sie so gar nicht erst öffnen.
  • Terrassen- und Balkontüren sowie Dachfenster gut absichern
    • Gerade Türen und Fenster, die nicht im Blickfeld der Nachbarn liegen, brauchen starken Schutz. Am besten ist es, schon beim Einbau daran zu denken, denn Nachrüstung ist meist teurer. Bestes Beispiel: Der Einsatz von Pilzkopfzapfen statt der einfachen Rollzapfen, die sich in Sekunden aushebeln lassen.
  • Anwesenheits-Information geheim halten
    • Anrufbeantworter, die über die geplante Urlaubsrückkehr in drei Wochen informieren, können als Einladung verstanden werden. Auch Posts in den sozialen Netzwerken sind riskant, wenn sie über den engen Freundeskreis hinausgehen.
  • Anwesenheit suggerieren
    • Zeitschaltuhren, die das Licht oder den Fernseher bei Abwesenheit bedienen, verunsichern Einbrecher. Wird das Haus ausgespäht, nutzt die Maßnahme allerdings nur bedingt.  
  • Zusätzliche Sicherheitstechnik einsetzen
    • Alarmanlagen und Überwachungskameras schrecken Diebe ab und können im Falle eines Einbruchs das Schlimmste verhindern. Gerade Systeme, die automatisch die Polizei oder eine private Sicherheitsfirma auf den Plan rufen, sind ein echter Einbrecher-Schreck.

Die meisten Täter brechen den Einbruch ab, wenn sie nach fünf Minuten keinen Zugang erhalten. Die Polizei in NRW hat ermittelt, dass fast die Hälfte (43 Prozent) aller Einbrüche als gescheiterter Versuch endet – vor allem dank hochwertiger Sicherungssysteme.

Einbruchsicheres Haus aus Sicht der Täter

Um die Schwachstellen für einen Einbruch zu entdecken, sollten Sie sich in die Lage der Täter versetzen. Wo würden Sie in das Gebäude eindringen? Sind diese Stellen gut gesichert? Die Polizei und die Anbieter von Sicherheitstechnik bieten professionellen Rat.

Einbrecher hebelt Fenster auf

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