Grundsicherung im Alter: Wer bekommt sie und wie viel?

Mittwoch, 29.11.2017

In Deutschland beziehen gut eine Million Menschen Grundsicherung. Das Geld, das mit der Sozialhilfe verglichen werden kann, fließt an Rentner und Menschen mit voller Erwerbsminderung, bei denen die Einkünfte zum Leben sonst nicht reichen würden. 

Eine Million Empfänger von Grundsicherung, das klingt gar nicht so viel. Immerhin leben hierzulande allein fast 18 Millionen Altersrentner. Aber das Zahlenverhältnis trügt, denn viele Berechtigte nehmen die Grundsicherung aus Scham oder Unwissenheit nicht in  Anspruch. Würde sich dies ändern, hätte sich die Million rasch vervielfacht.

Wer kann Grundsicherung beziehen?

Der Bezug von Grundsicherung setzt Bedürftigkeit voraus. Sie wird ausschließlich an Altersrentner und Erwachsene mit voller Erwerbsminderung gezahlt.

Keine Rolle bei der Vergabe spielt, ob der Berechtigte bereits eine Altersrente bezieht. Entscheidend ist vielmehr die Höhe der verfügbaren Einkünfte. Bleiben diese unter 823 Euro, besteht in den meisten Fällen ein Anspruch – vorausgesetzt, der Wohnsitz des Antragstellers befindet sich in Deutschland und es bestehen keine Vermögenswerte.

Das Schonvermögen für Alleinstehende liegt bei 2.600 Euro, für Paare bei 3.214 Euro. Unterhält der Antragsteller Dritte, kommen je Person noch einmal 256 Euro hinzu.

Wozu dient die Grundsicherung?

Die Grundsicherung soll Altersarmut verhindern und so zugleich dazu beitragen, dass der Lebensunterhalt – mit dem gewährten Zuschuss – selbständig bestritten werden kann.

Verfügen die Kinder oder Eltern der Bezugsberechtigten über hohe Einkommen, bleibt dies unberücksichtigt, zumindest bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Sie stehen einem Bezug also der Grundsicherung also nicht entgegen. Auch spätere Forderungen des Staates an die Erben (schließlich handelt es sich um Steuergelder) sind ausgeschlossen.

Wie hoch ist die Grundsicherung?

Folgende Maximalbeträge werden ausgezahlt, wenn der entsprechende Antrag eingereicht und genehmigt wurde (Eine automatische Zahlung ohne Antragstellung erfolgt nicht!):

Alleinstehende und Alleinerziehende mit eigenem Haushalt erhalten bis zu 409 Euro im Monat. Für den Partner kommen noch einmal bis zu 368 Euro hinzu.

Zusätzlich können Kosten für einen begründeten Mehrbedarf geltend gemacht werden. Dieser besteht vor allem aufgrund von Kosten durch Krankheit oder Behinderung. Auch bei einem drohenden Verlust der Wohnung oder Problemen mit der Zahlung von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung ist eine Kostenübernahme in „angemessener“ Höhe möglich. Die Entscheidung obliegt den Sozialhilfeträgern.  

Das bedeutet zugleich, dass sich die Höhe der tatsächlich geleisteten Zahlung letztlich nach dem Bedarf richtet. Grundlage ist die Berechnung der zwingend anfallenden Kosten bei gleichzeitiger Berücksichtigung der verfügbaren Bezüge.

Wie kann man Grundsicherung beantragen?

Grundsicherung kann auf dem Sozialamt am jeweiligen Wohnort beantragt werden. Die folgenden Unterlagen werden dazu benötigt.

  • Personalausweis, Reisepass oder Meldebestätigung
  • Gegebenenfalls Nachweis der dauerhaften und vollen Erwerbsminderung
  • Einkommens- und Vermögensnachweise 
  • Kontoauszüge 
  • Mietvertrag 
  • Nachweise über Kranken- und Pflegeversicherung 

Ist auch der Lebenspartner bezugsberechtigt, muss er  einen eigenen Antrag einreichen.

Ältere Dame mit leerem Portemonnaie

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