Kann ich Schadensersatz fordern, wenn mein Glühwein gestreckt ist?

Freitag, 08.12.2017

Glühwein gehört zur Adventszeit, gerade auf den Weihnachtsmärkten gibt es kaum ein Entrinnen. Das Getränk ist pure Tradition, manchmal auch purer Genuss. Damit der Kunde weiß, was ihn erwartet, unterliegt die Zusammensetzung eines Glühweins strengen Kriterien. Und wer hat sich sowas ausgedacht? Die EU-Kommission. 

Zu den Vorgaben aus Brüssel zählt neben den Ingredienzien – Zimt und Nelken sind erlaubt, viel mehr aber nicht – auch der Alkoholgehalt. Schließlich bestünde sonst die Gefahr, im nüchternen Zustand betrogen zu werden. Der Alkoholgehalt von Glühwein muss gemäß Vorgaben zwischen schwachen sieben und starken 14,5 Prozent liegen. Ein gewisser Spielraum bleibt also erhalten.

Was passiert, wenn der Glühwein gestreckt wird?

Vorausgeschickt sei: Sinkt der Alkoholgehalt unter die magischen sieben Prozent, muss der Glühwein noch nicht unbedingt gepanscht sein. Meint es der Verkäufer mit der Hitzezufuhr zu gut, sorgt er nämlich ebenfalls für Ernüchterung. Ab 78 Grad begibt sich der Alkohol schnurstracks zu den Engeln.

Kann dem Verkäufer ein Verstoß gegen das Glühweinrecht nachgewiesen werden – wozu eine Analyse des Getränks genügen würde – muss er mit einer Geldstrafe rechnen. Bis zu 1.000 Euro sind möglich, in schweren Fällen (zum Beispiel dem Strecken mit gefährlichen Zusätzen) sind gemäß Strafgesetzbuch bis zu zehn Jahre Haft möglich.

Fällt Ihnen als Kunde auf, dass der Glühwein nicht „wirkt“, also offensichtlich der Alkohol fehlt, können Sie Schadenersatz fordern. Dieser dürfte zunächst in einem ordentlichen Glühwein bestehen, kostenfrei natürlich. In der Weihnachtszeit raten wir allerdings dazu: Nicht ärgern, einfach den Stand wechseln oder auf Punsch umsteigen.   

Frau trinkt Glühwein

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