Gerichtsurteil: Beim Sonntagsspaziergang ist auch ein Arbeitsunfall möglich

Montag, 22.01.2018

Die Anerkennung eines Arbeitsunfalls auf dem Arbeitsweg ist üblich, auf dem Sonntagsspaziergang dagegen nicht. Das Düsseldorfer Sozialgericht hat nun bewiesen: Auch am Sonntag im Park kann ein Arbeitsunfall passieren (Az.: S 6 U 545/14). Das Urteil ist rechtskräftig.

Mit ihrer Entscheidung gaben die Richter dem Geschädigten Recht. Er hatte seine Ansprüche gegen die Berufsgenossenschaft auf dem Klageweg durchgesetzt, nachdem diese die Kostenübernahme abgelehnt hatte. Hier der konkrete Fall:

Etwas für die Gesundheit tun

Bei dem Unfall war der spätere Kläger von einem Auto erfasst und dabei erheblich verletzt worden. Das Unglück ereignete sich während eines Kuraufenthalts, der dem 60-Jährigen zur Rehabilitation und zur Gewichtsreduzierung empfohlen worden war. Der Mann befand sich zum Unfallzeitpunkt auf einem Spaziergang zum Kurplatz.

Gesetzliche Unfallkasse in die Pflicht genommen

Nach seinem Unfall wendete sich der Mann an die Unfallkasse und forderte die Übernahme der Kosten. Er argumentierte dabei, dass er seinen Spaziergang zur Gewichtsabnahme unternommen habe, damit also ärztlichen Vorgaben entsprochen habe.

Die Unfallkasse lehnte die Zahlung ab. Eine ärztliche Anweisung für den Sonntagsspaziergang habe nicht existiert. Vielmehr sei von privater Ertüchtigung auszugehen, die letztlich zum Unfall geführt habe.

Richter belohnen Gesundungswillen

Die Richter sahen die Sache nüchterner. Für sie stand zweifelsfrei fest, dass der Spaziergang im Interesse der Gesundung des Klägers gestanden hatte. Ob nun gerade ein therapiefreier Sonntag sei oder eine konkrete ärztliche Anweisung vorliege, so die Richter, spiele dabei keine Rolle. Die Berufsgenossenschaft muss damit zahlen.  

Unfall mit Passant

Weitere Artikel

Kommentare