Frisch gebackene Eltern? Das sind die ToDo’s nach der Geburt

Freitag, 20.10.2017

„Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr“ – der viel zitierte Spruch gilt auch in rechtlichen und organisatorischen Fragen. ToDo’s nach der Geburt gibt es reichlich. Die wichtigsten davon haben wir hier zusammengestellt. 

Checklisten sind immer dann von großer Bedeutung, wenn die anstehenden Aufgaben in eine besonders aufregende Zeit fallen. Das kann für die Unterlagen einer Auslandsreise zutreffen oder auf einen Wohnortwechsel, ganz bestimmt aber gilt es für eine Geburt. Wer will sich angesichts des neuen Erdenbürgers schon mit Organisatorischem befassen? Das jedoch muss sein – und meist sind die Väter hier gefragt:

Überblick der notwendigen Gänge und Anträge:

  • Geburtsurkunde (Standesamt)
  • Anmeldung (Einwohnermeldeamt)
  • Vaterschaftsanerkennung, falls erforderlich (Notar, Familiengericht, Standesamt)
  • Entscheidung über den Nachnamen, so erforderlich (Standesamt)
  • Antrag auf Kindergeld (Bundesagentur für Arbeit, auch online)
  • Antrag auf Elterngeld Plus (Elterngeldstelle)
  • Kinderfreibeträge und Steuerklassen (Finanzamt)
  • Krankenversicherung des Kindes (Krankenkasse)

Geburtsurkunde  

Die Geburtsurkunde gibt’s auf dem Standesamt und wer Bußgelder vermeiden will, muss sich sputen. Nur eine Woche Frist wird gewährt. Um das Dokument zu erhalten, sind einige andere Papiere notwendig: die Geburtsbescheinigung von Hebamme oder Arzt, die Heiratsurkunde, sofern vorhanden, ansonsten die Geburtsurkunde der Mutter und – bei einer anerkannten Vaterschaft – auch die entsprechende Bescheinigung und die Geburtsurkunde des Vaters.

Tipp: Erkundigen Sie sich im Krankenhaus, ob die Formalitäten mit dem Standesamt übernommen werden. Manche Kliniken bieten diesen Service an.

Anmeldung  

Beim Einwohnermeldeamt wird man über Ihren Besuch nicht überrascht sein, denn die Behörde wird vom Standesamt informiert. Dennoch ist die persönliche Vorsprache Pflicht, mit der Geburtsurkunde und Ihrem Ausweis im Gepäck. Bei Unverheirateten ist gegebenenfalls die Vaterschaftsanerkennung erneut vorzulegen.

Tipp: Die Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt erleichtert die Behördengänge erheblich, da der Vater diese übernehmen kann. Erfolgt diese erst nach der Geburt, kommt der Gang zum Notar oder Familiengericht noch dazu. Auch die Standesämter können hier aktiv werden, immer vorausgesetzt, die Mutter widerspricht der Vaterschaft des „Bewerbers“ nicht.

Der gute Name

In Zeiten unterschiedlicher Nachnamen der Eltern besteht auch beim Nachnamen des Kindes Handlungsbedarf, was Sie mit der getroffenen Entscheidung einmal mehr aufs Standesamt führt. Der Gang sollte binnen eines Monats nach der Geburt erfolgen. Besitzt ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, erledigt sich die Sache von selbst: Dieser Nachname gilt.   

Kindergeld 

Um möglichst schnell an Ihr Geld zu kommen, muss der Kindergeldantrag eingereicht werden. Auch hier bedarf es der Geburtsurkunde. Das Arbeitsamt stellt die notwendigen Formulare auch online zur Verfügung.

Elterngeld Plus

Ähnlich läuft es mit dem Antrag auf Elterngeld, der allerdings bei der zuständigen Elterngeldstelle einzureichen ist. Aufgrund der rückwirkend gewährten Zahlung haben Sie hier immerhin drei Monate Zeit. Wie bei allen anderen Anträgen braucht es die Geburtsurkunde, zusätzlich aber auch die Verdienstbescheinigung vom Arbeitgeber. Haben Sie weitere Kinder unter drei Jahren, sind auch dafür Nachweise erforderlich. Das erhöht den Auszahlungsbetrag.

Tipp: Sollten Sie Elternzeit planen aber noch nicht beantragt haben, wird es höchste Zeit. Zwischen Antragstellung beim Arbeitgeber und dem tatsächlichen Antritt gilt eine Frist von sieben Wochen.

Kinderfreibeträge

Da sich die Geburt steuersenkend auswirkt, sollten Sie den Kinderfreibetrag beim Finanzamt eintragen lassen, gegebenenfalls auch die Änderung in der Steuerklasse. Die Geburtsurkunde belegt auch hier die Existenz Ihres Nachwuchses.

Krankenkasse

Die ersten zwei Monate ist für gesetzlich Versicherte alles per Gesetz geregelt: Ihr Nachwuchs ist kostenfrei in der Familienversicherung eingeschlossen. Innerhalb dieser Frist sollte das Kind hier aber auch angemeldet werden – Formulare gibt’s bei den Kassen, die Geburtsurkunde haben Sie ja bereits vielfach erprobt.

Privatversicherte müssen diese Anmeldung ebenfalls vornehmen und sollten fortan mit zusätzlichen Kosten rechnen. 

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