Finderlohn: Das steht Ihnen zu

Dienstag, 06.06.2017

Finder haben Anspruch auf Finderlohn. Das geht aus § 970 des Bürgerlichen Gesetzbuchs hervor. Es besteht zugleich die Pflicht, jeden Fund über einem Wert von zehn Euro anzuzeigen.

Die Höhe des Finderlohns richtet sich nach dem Wert des Funds. Bis zu einem Wert von 500 Euro sind vom Eigentümer fünf Prozent an den Finder zu zahlen. Liegt der Wert höher, werden 25 Euro für die ersten 500 Euro fällig, für jeden weiteren Euro drei Prozent. Hat das Fundstück also einen Wert von 1.000 Euro, so ergibt sich ein Finderlohn von 40 Euro.

Handelt es sich bei dem Fund eher um einen ideellen Wert, zum Beispiel ein Tagebuch, kann der Besitzer frei nach Ermessen zahlen. Entsteht dem Finder ein belegbarer Aufwand durch den Fund, zum Beispiel bei der Anzeige, müssen diese Kosten zusätzlich erstattet werden. Tiere werden bei der Höhe des Finderlohns wie Gegenstände bewertet.

Fundort Behörde oder Bus

Liegt der Fundort in einem öffentlichen Verkehrsmittel oder in einer Behörde, halbiert sich der gesetzliche Finderlohn. Bei einem Wert von 1.000 Euro würden demnach 20 Euro Finderlohn fällig.

Rechte und Pflichten des Finders

Als Finder sind Sie zur unverzüglichen Anzeige, Verwahrung und Ablieferung des Fundes verpflichtet. Geschieht dies nicht, droht im schlimmsten Fall eine Geld- oder Haftstrafe wegen Unterschlagung. Die Anzeige kann bei der Polizei oder im Fundbüro erfolgen, jeweils unter Angabe des Fundorts und Zeitpunkts sowie der Personalien. Wer den Besitzer kennt, wird ihn direkt kontaktieren.

Ob der Fundgegenstand beim Fundbüro abgegeben oder selbst verwahrt wird, liegt in der Entscheidungshoheit des Finders. Der Finder hat auch das Recht, auf den Finderlohn zu verzichten.  

Rechte und Pflichten des Eigentümers

Hat der Finder alle Pflichten erfüllt, muss der Besitzer den Finderlohn in voller Höhe zahlen. Er kommt auch für nachweisbare Kosten auf.

Was passiert, wenn sich der Eigentümer nicht meldet?

Sollte der Eigentümer binnen sechs Monaten nicht ermittelt werden, geht der Fund in das Eigentum des Finders über. Der ursprüngliche Besitzer hat jedoch noch weitere zweieinhalb Jahre das Recht auf Rückgabe oder Wertausgleich. Wurde der Gegenstand im Fundbüro hinterlegt und wird nicht wieder abgeholt, profitiert die Stadt vom Versteigerungserlös. 

20170606_finderlohn_Ashrafov-iStock

Weitere Artikel

Kommentare