Ferienjob: Arbeitsrechtliche Besonderheiten für das Arbeiten in den Ferien

Montag, 24.07.2017

Wenn Schüler einen Ferienjob annehmen, gelten die gesetzlichen Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Das sind die wichtigsten Regelungen zum Arbeiten von Kindern und Jugendlichen in den Schulferien. 

Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen Kinder erst ab einem Alter von 13 Jahren arbeiten gehen. Auch das setzt die Einwilligung der Erziehungsberechtigten voraus. Die Arbeit muss für sie leicht und geeignet ist, das heißt, sie darf ihnen keinen Schaden zufügen.

Strenge Fristen

In der Schulzeit ist keine Beschäftigung vor und während des Unterrichts erlaubt. Grundsätzlich, also auch in den Schulferien, dürfen 13- und 14-jährige Kinder nicht mehr als zwei Stunden täglich arbeiten und nicht zwischen 18 und 8 Uhr.

Jüngeren Schülern ist Arbeit grundsätzlich verboten. Ausnahmen, etwa für die Mitwirkung von Kindern in Filmen oder am Theater, werden nur auf Antrag beim zuständigen Jugendsamt unter strengen Auflagen für konkrete Arbeitszeiten und Ruhezeiten genehmigt.

Ferienjob: ab 15 Jahren erlaubt

Vom 15. bis 17. Lebensjahr spricht der Gesetzgeber von Jugendlichen. Sie dürfen innerhalb und außerhalb der Berufsausbildung arbeiten. Lehrlinge und Schüler ab 15 Jahre können nach dem Unterricht ohne Einwilligung der Eltern bis zu zwei Stunden täglich jobben gehen und zudem in den Ferien vier Wochen pro Kalenderjahr arbeiten.

Für den Ferienjob von Schülern sind die gleichen Tages- und Wochenarbeitszeiten erlaubt von Lehrlingen in der Ausbildung und andere Arbeitnehmer unter 18 Jahren. Jugendliche dürfen demnach nur zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten, bis zu acht Stunden täglich und maximal 40 Stunden pro Woche. Wochenendarbeit ist verboten. Für Jugendliche gilt zudem eine Fünf-Tage-Woche als Maximum. Nach fünf Tagen Arbeit sind zwei Tage hintereinander zur Erholung vorgeschrieben.

Zu allen Regelungen gibt es Ausnahmen, die für bestimmte Branchen, Berufe oder die Arbeit im Schichtdienst gelten.

Ausnahmeregelungen für ausgewählte Berufe

Je nach Berufszweig gelten für den Ferienjob abweichende Vorschriften. So dürfen Jugendliche beim Bäcker eher mit der Arbeit anfangen und in der Gastronomie später aufhören. Die Tagesarbeitszeit darf maximal 8,5 Stunden betragen, wenn sie an anderen Tagen verkürzt ist. In der Landwirtschaft sind während der Erntezeit sogar neun Stunden erlaubt und 85 Stunden in einer Doppelwoche.

Verschärfter Arbeitsschutz hinsichtlich Pausen und Ruhezeiten

Jugendliche dürfen in ihrem Ferienjob auch Schicht arbeiten, bis zu zehn Stunden täglich mit einer folgenden Ruhezeit von mindestens 12 Stunden. Im Bergbau unter Tage sind maximal acht Stunden Schichtarbeit erlaubt. Eine Erweiterung auf elf Stunden gilt für Ferienjobs auf dem Bau, im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft sowie in der Tierhaltung.

Wer als Jugendlicher länger als viereinhalb Stunden täglich arbeitet, hat einen gesetzlichen Anspruch auf 30 Minuten bezahlte Pause, ab sechs Stunden Arbeit auf 60 Minuten. Auch bezahlter Urlaub gehört zu den Rechten von Jugendlichen beim Ferienjob. Anteilig für die Dauer des Ferienjobs hat ein 15-Jähriger Anspruch auf 30 Tage Urlaub im Jahr, ein 16-Jähriger 27 Tage und ein 17-Jähriger 25 Tage.

 

   

 

 

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