Trügerische Rechnungscodes: Wenn diese Begriffe auf Ihrer Restaurant Rechnung stehen, wurden Sie betrogen

Samstag, 20.01.2018

Steuern zu sparen ist ein legitimes Interesse, privat und geschäftlich. So mancher Restaurantbesitzer schießt hier jedoch übers Ziel hinaus – und muss sich den Vorwurf des Steuerbetrugs gefallen lassen. Die Geschichte der dubiosen „Rechnungscodes“:

Der Fall: Nach einem üppigen Mahl verlangt der Kunde nach seiner Rechnung, die er auch prompt erhält. Das kurze Schriftstück erweist sich bei genauerer Betrachtung jedoch nicht als Rechnung, sondern als „Zwischenrechnung“, Rechnungsentwurf“, „Bar-Beleg“ oder „Vorabrechnung“. Häufig heißt es sogar ausdrücklich: „Das ist keine Rechnung“.

Kein Einzelfall und so stellt sich die Frage: Was hat das zu bedeuten?

Der Trick mit der Zwischenrechnung

Kritische Geister gehen davon aus, dass hier Gast und Fiskus betrogen werden sollen. Während den privaten Gast die Sache meist nicht weiter stört – er zahlt, geht und braucht keine Rechnung – könnte das Finanzamt auf diesem Wege um die Umsatzsteuer gebracht werden. Auch die Steuer auf einen möglichen Gewinn würde niedriger ausfallen. Alles was der Gastronom dafür noch tun müsste, ist die nicht verbuchte „Zwischenrechnung“ wieder aus der Kasse zu nehmen. Damit hat es diese Bewirtung in den Büchern nie gegeben.

Auch als Bewirtungsbeleg taugt die „Zwischenrechnung“ nicht. Das Geschäftsessen ließe sich damit nicht steuerlich geltend machen, womit Firmenkunden ebenfalls geschädigt werden.

Normaler Arbeitsschritt?       

Werden Gastronomen nach den dubiosen Zwischenrechnungen befragt, haben sie eine ganz andere Begründung. So verlange der Gast zunächst nach einer Rechnung, bekomme diese zur Prüfung als Zwischenrechnung ausgestellt und entscheide erst dann, ob er bar oder per Kreditkarte bezahlt. Mit dieser Entscheidung werde dann ordnungsgemäß die ordentliche Rechnung beziehungsweise auf Wunsch der Bewirtungsbeleg erstellt.

Sollte der Gast die Zwischenrechnung bezahlen und gehen, ohne eine steuerlich absetzbare Rechnung zu verlangen, ändere dies im Grunde nichts. Der Umsatz werde dessen ungeachtet verbucht, von Betrug könne also gar keine Rede sein.

Blick auf Rechnung im Restaurant

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