Digitaler Nachlass: Möglichkeiten und Grenzen in Social Media

Sonntag, 10.09.2017

Nutzer sozialer Netzwerke sollten bereits zu Lebzeiten bedenken, ihren Digitalen Nachlass zu regeln. Das sind die rechtlichen Möglichkeiten, Profile und Fotos posthum zu schützen. 

Ein digitaler Nachlassverwalter ist nach Ansicht von Verbraucherschützer am besten dazu geeignet, nach dem Tod das eigene Andenken in sozialen Netzwerken zu schützen. Empfohlen wird, eine Person des Vertrauens mit einer handschriftlichen Vollmacht „über den Tod hinaus“ zu ermächtigen, das digitale Erbe im eigenen Sinne zu verwalten. Die Angehörigen sollten darüber informiert werden, wen Sie mit Ihrem Digitalen Nachlass beauftragt haben.

Detaillierte Festlegungen empfohlen

Regeln Sie Ihren Digitalen Nachlass so konkret wie möglich: Was soll mit Ihren Accounts und den dort gespeicherten Fotos und Daten geschehen? Soll das Profil ganz gelöscht werden oder wünschen Sie einen Gedenkstatus? Ohne gesonderte Nachlassregelungen erhalten Ihre Erben bei Facebook beispielsweise höchstens ein passives Leserecht für Ihren Account. Sie können jedoch nicht aktiv veröffentlichen oder das Profil löschen oder ändern.

Dieses Vorgehen entspricht dem von Providern. Internetanbieter lassen Angehörige die E-Mails von Verstorbenen einsehen, damit sie Online-Rechnungen begleichen oder kostenpflichtige Accounts kündigen können. Bei einigen sozialen Netzwerken wie Google+ können Kunden im Nutzerkonto selbst Regelungen für ihren Digitalen Nachlass treffen. Nach ihrem Tod (festgestellt durch längere Inaktivität) kann das Profil mit allen Daten entweder automatisch gelöscht werden oder die Zugangsdaten werden auf Wunsch an ausgewählte Personen verschickt.

So treffen Sie Vorkehrungen für Ihren Digitalen Nachlass

Für Ihren Todesfall sollten Sie an einer sicheren Stelle die Zugangsdaten und Passwörter zu Ihren Accounts in sozialen Netzwerken hinterlegen, zum Beispiel in einem Bankschließfach oder Tresor. Empfohlen wird von der Verbraucherzentrale die verschlüsselte Speicherung auf einem USB-Stick, wobei die Zugangsdaten ständig auf dem aktuellen Stand gehalten werden sollten. Durch die Vollmacht bekommt Ihre Vertrauensperson nach Ihrem Tod dann Zugang und regelt Ihren Digitalen Nachlass nach Ihrem letzten Willen.   

Junger Mann traurig vor dem Handy

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