Dieselfahrverbot: Diese Konsequenzen drohen

Donnerstag, 22.03.2018

Nach dem „Diesel-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichts steht fest: Fahrverbote für Dieselautos kommen. Wir wissen nur nicht wann, für wie lange, wo und welche Fahrzeuge betroffen sind. Optimal ist die Planungssicherheit für Diesel-Fahrer derzeit also nicht.

Rein hypothetisch wäre es noch immer möglich, dass es ohne Fahrverbote geht. Schließlich prognostiziert Kanzlerin Angela Merkel, die Auswirkungen des Leipziger Urteils würden gering bleiben. Kein Fahrverbot setzt allerdings voraus, dass die Schadstoff-Grenzwerte auch ohne dieses eingehalten werden können. Und wie soll das bitte funktionieren?

Mehr als grenzwertig: Stickoxid (NOx) in deutschen Städten

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass in Deutschland pro Jahr rund 6.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, die auf Stickoxid zurückzuführen sind. Die EU rechnet etwas anders und kommt so auf circa 10.000 Tote in deutschen Landen. Unstrittig ist: NOx ist ab einer gewissen Konzentration ungesund. Daher gibt es Grenzwerte.

Diese Grenzwerte werden seit Jahren überschritten. Das Umweltbundesamt listet für 2017 insgesamt 66 deutsche Städte auf, in denen der Jahresmittelwert über dem NOx-Jahresgrenzwert von 40 mg/m3  Luft lag. Je höher das Ranking in dieser Liste, desto wahrscheinlicher sind Fahrverbote (nicht einbezogen, wer die Stadt regiert).

Hier die Top 10 mit den jeweiligen Stickoxid-Mittelwerten:

  • München 78 mg/m3
  • Stuttgart 73 mg/m3
  • Köln 62 mg/m3
  • Reutlingen 60 mg/m3
  • Hamburg 58 mg/m3
  • Düsseldorf 56 mg/m3
  • Kiel 56 mg/m3
  • Heilbronn 55 mg/m3
  • Darmstadt 52 mg/m3
  • Ludwigshafen 51 mg/m3
  • Dortmund und Wiesbaden 50 mg/m3

Euro 4: Wir müssen draußen bleiben?

Bei der Frage, welche Dieselwagen von Fahrverboten betroffen sind, scheint die Euro 4-Fraktion derzeit die schlechtesten Karten zu haben. Alte Modelle also, die ohnehin ersetzt werden sollten? Mit der NOx-Bilanz allein lässt sich das nur bedingt begründen. Laut Umweltbundesamt kommen die Euro 4-Dreckschleudern auf einen durchschnittlichen NOx-Ausstoß von 674 mg/km. Erlaubt sind nur 250. Und Autos mit Euro 5? Liegen bei durchschnittlich 906 mg NOx pro Kilometer. 

Mann mit Atemschutzmaske

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