Diese Versicherungen brauchen Sie wirklich

Donnerstag, 03.08.2017

Mit dem starken Sicherheitsbedürfnis der Deutschen verdient die Versicherungsbranche gutes Geld. Durchschnittlich gibt jeder Bundesbürger jährlich etwa 2.000 Euro für Versicherungen von der Fahrrad- bis zur Zahnzusatzversicherung aus. Doch nicht jeder braucht alle Versicherungen und nicht alle lohnen im Ernstfall. Welchen Versicherungsschutz Sie sich wirklich leisten sollten. 

Wirklich verpflichtet sind Sie in Deutschland seit 2009 nur zu einer Krankenversicherung. Für Angestellte unterhalb der Einkommensbemessungsgrenzen, die immer neu angepasst wird, kommt noch die gesetzliche Pflicht zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung hinzu. Die letztgenannte Verpflichtung entfällt, wenn Sie das Rentenalter erreicht haben. Alle anderen, egal ob Mehrverdiener oder Selbständige, können sich in den Sozialsystemen freiwillig versichern.

Für bestimmte Berufe, Vermieter oder Fahrzeugführer sind allerdings weitere Versicherungen sinnvoll und zum Teil verpflichtend vorgeschrieben.

Auslandsreisekrankenversicherung, denn krank werden kann richtig viel kosten

Besonders hohe Beträge können zusammen kommen, wenn Sie im Ausland eine ärztliche Behandlung benötigen, etwa eine OP oder einen Rücktransport nach Deutschland. Für solche Fälle empfiehlt sich dringend eine Auslandsreisekrankenversicherung. Eine Jahrespolice ist häufig schon für weniger als 20 Euro zu haben und deckt das völlig unwägbare Kostenrisiko im besten Fall vollständig ab.

Privathaftpflichtversicherung, um verschuldete Schäden bei Dritten abzusichern 

Wenn durch Ihr Verhalten oder das Ihrer minderjährigen Kinder andere Personen oder deren Eigentum zu Schaden kommen, kann es ebenfalls schnell teuer werden. Bleiben etwa gesundheitliche Beeinträchtigungen, entstehen teilweise ein Leben lang Kosten für Behandlungen. Auch Schmerzensgeldforderungen steigen in Deutschland deutlich an.

Für all diese Fälle ist eine Privathaftpflichtversicherung (mit Absicherung der Familienangehörigen) dringend empfehlenswert. Für etwa 120 Euro jährlich können Deckungssummen in Millionenhöhe abgesichert werden.     

Kfz-Haftpflicht: für Autofahrer zwingend erforderlich

Vergleichbar mit der Privathaftpflicht gehört die Kfz-Haftpflicht für alle Autobesitzer zum nötigen Versicherungsschutz, der auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Damit sind bei einem Unfall Personenschäden abgesichert, aber auch Schäden an fremden Fahrzeugen und an fremdem Eigentum.

Da eine Kaskoversicherung nur Schäden am eigenen Auto zahlt, ist sie bei vorhandenen Rücklagen eigentlich entbehrlich. Am sinnvollsten ist noch die Teilkasko, die ohne Verlust des Schadensfreiheitsrabatts auch bei Totalverlust durch Diebstahl greift.

Gebäudehaftpflicht: für Hausbesitzer vorgeschrieben

Wer ein Haus besitzt, es selbst bewohnt oder vermietet, dem können durch Sturm, Brand oder Wasserschäden Kosten entstehen, die nicht zu kalkulieren und für die wenigsten finanziell zu stemmen sind. Dafür lohnt der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung, die allerdings einige hundert Euro im Jahr kostet.

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung gehört ebenfalls zum wirklich sinnvollen Versicherungsschutz. Sie zahlt für Personenschäden im Zusammenhang mit dem Grundstück, zum Beispiel, wenn ein Mieter bei Glatteis auf dem Gehweg ausrutscht und sich verletzt. Für Vermieter ist die Gebäudehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten für eine Jahrespolice liegen meist deutlich unter 100 Euro.

Fazit

Versicherungen sind nur sinnvoll für diejenigen, denen es an Rücklagen oder am Sparwillen mangelt und für Fälle, in denen ein Totalschaden den wirtschaftlichen Ruin bedeuten würde. Alles anderes ist eine Frage der Risikobereitschaft. Bestes Beispiel: die Risikolebensversicherung. Sie zeichnet sich durch ein verlockendes Preis-Leistungs-Verhältnis aus und zahlt im Todesfall des Versicherten eine höhere Summe an die Hinterbliebenen. Im Erlebensfall verfallen die Beiträge jedoch. Gibt es andere Alternativen der Absicherung, etwa durch den Erwerb von Grundbesitz, sind sie häufig günstiger als eine Versicherung. 

 

 

 

Ausrutschen auf einer Bananenschale

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