Diese Rechte haben Sie im Mutterschutz

Mittwoch, 08.03.2017

Überstunden, Nachtschicht, Wochenendarbeit, schwere oder gefährliche Arbeitsbedingungen, Diskriminierung oder gar Entlassung: All diese Belastungen sollen durch den Mutterschutz verhindert werden, wenn berufstätige Frauen Babys bekommen. Und auch: Damit sie Babys bekommen wollen.

Für wen und ab wann gilt der Mutterschutz?

Mit Feststellen Ihrer Schwangerschaft durch einen Arzt genießen Sie als Arbeitnehmerin, Beamtin, Soldatin und Richterin einen umfassenden Mutterschutz. Er beinhaltet verschiedene gesetzliche Regelungen für berufstätige Frauen, die schwanger werden oder als stillende Mütter wieder arbeiten gehen. Im Mittelpunkt steht die Gesundheit der Mutter und ihres ungeborenen oder neugeborenen Kindes. Durch den Arbeitsschutz sowie die soziale Absicherung, also besondere Kündigungsvorschriften und Entgeltzahlungen, werden unnötige Härten verhindert. Bei Studentinnen, selbständigen, nicht berufstätigen und arbeitslosen Müttern gelten lediglich Ansprüche auf medizinische Betreuung und während des Mutterschafturlaubs auf finanzielle Versorgung durch den Staat

Was ändert sich am Arbeitsplatz?

Nachdem Sie Ihren Chef vor der bevorstehenden Schwangerschaft unterrichtet haben, dürfen Sie bis zum Ende des Mutterschutzes nicht mehr gekündigt werden. Nehmen Sie Ihr Recht auf Elternzeit wahr, verlängert sich dadurch zugleich die Kündigungsfrist. Ab sofort dürfen Sie auch keine Überstunden mehr leisten. Mehr als 8,5 Stunden täglich sind nicht gestattet. Nachtarbeit sowie der Einsatz an Wochenenden sind ebenfalls untersagt.

Wenn Ihnen Ihr Job in der Schwangerschaft dennoch zu anstrengend wird, kann Ihnen der Frauenarzt ein vollständiges oder ein Teilzeit-Beschäftigungsverbot attestieren, nach dem sich Ihr Arbeitgeber bei der Arbeitsverteilung richten muss. Den Lohnausgleich übernimmt die Krankenkasse.

Körperlich anstrengende und gesundheitsgefährdende Tätigkeiten

Bei Berufen, die Gesundheitsrisiken für Sie als werdende oder stillende Mutter oder für das Baby bedeuten, hat der Arbeitgeber alle nötigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Er muss Sie, wenn notwendig, auf einen ungefährlichen, gleichwertigen Arbeitsplatz ohne finanzielle Einbußen umzusetzen. Untersagt sind zum Beispiel schwere körperliche Arbeiten wie das Heben und Tragen von Lasten, starke Erschütterungen oder Lärmbelastungen sowie der Umgang mit giftigen Chemikalien. Gibt es keine Möglichkeit, Sie ungefährdet weiter zu beschäftigen, muss Ihr Arbeitgeber Sie bei voller Lohnfortzahlung beurlauben.

Im Zentrum des Mutterschutzes: der Mutterschaftsurlaub

Der sogenannte Mutterschaftsurlaub ist ein Beschäftigungsverbot für schwangere Frauen im Anstellungsverhältnis. Er beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach dem Tag der Geburt. Kommt es zu einer vorzeitigen Geburt, verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt auf 12 Wochen. Das gilt auch für Mehrlingsgeburten. Eine Entbindung nach dem errechneten Geburtstermin verlängert die Mutterschutzfrist auf maximal 16 Wochen.

Im Mutterschaftsurlaub darf Sie der Arbeitgeber nicht beschäftigen, sonst macht er sich strafbar. Ausnahme: Sie fühlen sich vor der Entbindung noch fit und stimmen der Weiterarbeit ausdrücklich zu. Nach der Entbindung dürfen Sie nicht vorzeitig an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Während des Mutterschutzurlaubs erhalten Sie Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Der Arbeitgeber hat diesen Betrag auf Ihr monatliches Nettogehalt aufzustocken, bekommt das Geld jedoch von der Krankenkasse wieder erstattet.

Stillende Mutter am Arbeitsplatz

Als stillende Mutter, die ein Arbeitsverhältnis als Angestellte ausübt, haben Sie laut Mutterschutzgesetz ebenfalls das Recht auf einen Arbeitsplatz, der keine gesundheitlichen Risiken für Sie oder das Kind bedeutet. Andernfalls muss Ihnen ein gleichwertiger Job zur Verfügung gestellt werden. Überstunden, Nacht- und Wochenendarbeit sind weiterhin verboten. Egal ob Sie Ihr Kind stillen oder die Milch abpumpen, dürfen Sie dafür zweimal 30 Minuten täglich von Ihrer bezahlten Arbeitszeit verwenden. Wird Ihnen das Baby ins Büro gebracht oder pumpen Sie dort ab, ist Ihnen ein ungestörter Raum zur Verfügung zu stellen. Die Zeiten legen Sie fest. Wenn Ihr Chef einverstanden ist, können Sie auch Ihre Mittagspause verlängern oder eher Feierabend machen. Wie lange Sie Ihr Kind stillen wollen, und sei es länger als ein Jahr, bestimmen hingegen nur Sie.

Schwangere Angestellte im Büro

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