Diese Rechte haben Eltern bei Schulausfall

Sonntag, 14.05.2017

Für berufstätige Eltern ist jeder Schulausfall gerade von jüngeren Kindern ein organisatorisches Problem, egal ob hitzefrei, Schneechaos oder verkürzter Unterricht wegen erkrankter Lehrer. So sieht die Rechtslage aus.

Vorausgeschickt sei: Als Arbeitnehmer haben Sie kein Recht darauf, dass Ihr Chef Sie aufgrund eines Schulausfalls freistellt. Wären Sie auf einer Dienstreise oder selbständig, können Sie auch nicht immer spontan zur Schule eilen, um Ihre Kinder abzuholen. Es ist daher von Vorteil, wenn Verwandte oder Freunde im Bedarfsfall einspringen können. Besprechen Sie die Möglichkeit am besten bereits im Vorfeld und hinterlegen Sie eine entsprechende Abhol-Vollmachten. 

Regelung zum Schulausfall ist Ländersache

Bildung ist Länderhoheit und so gelten in den Bundesländer unterschiedliche Schulgesetze, in denen auch die möglichen Folgen eines Schulausfalls geregelt sind. Bundesweit üblich ist jedoch eine Notbetreuung zumindest an Grundschulen. In der Regel wird kein Kind bis zur vierten Klasse ohne das Einverständnis seiner Erziehungsberechtigten nach Hause geschickt.

Bei höheren Klassenstufen handhaben die örtlichen Schulämter das Thema Schulausfall meist lockerer. Es wird davon ausgegangen, dass Schüler ab der fünften Klasse schon längere Zeit ohne Aufsicht alleine zu Hause bleiben können. 

Rechtliches zum Schulausfall

Sind extreme Wetterverhältnisse der Grund für Schulausfall, sind die Schulen dennoch geöffnet. Die Lehrer haben eine Anwesenheitspflicht. Es ist unterrichtsfrei, aber nicht dienstfrei.

Kinder, die im Hort, der Nachmittagsbetreuung oder der Offenen Ganztagesschule angemeldet sind, werden häufig dort während des Schulausfalls betreut, zum Beispiel bei vorzeitigem Unterrichtsschluss wegen Hitzefrei.

Über regionalen Schulausfall wegen Unwetterwarnungen informieren in der Regel die lokalen Rundfunksender werktags ab 6:00 Uhr. Die Entscheidungen über Schulausfall trifft das zuständige Schulamt in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Katastrophenschutz. Über die Medien wird die Bevölkerung auch über den Ausfall von Schulbussen und anderen Nahverkehrsmitteln benachrichtig, wenn diese stark für den Schulweg genutzt werden.    

Recht auf Schulausfall selbst wahrnehmen

Erziehungsberechtigte haben ebenfalls das Recht, ihre Kinder zu Hause zu lassen, wenn ihnen aufgrund extremer Wetterverhältnisse der Schulweg unzumutbar erscheint. Werden Kinder wegen Blitzeis, Sturm oder Hagel bei der Schule abmeldet, gelten sie als entschuldigt.

Kommt es während der Unterrichtszeit zu gefährlichen Wetteränderungen, dürfen minderjährige Kinder nicht ohne Einverständnis der Erziehungsberechtigten nach Hause geschickt werden. In Extremfällen müssen minderjährige Schüler solange betreut werden, bis ihr Heimweg gesichert ist oder sie von einem Erziehungsberechtigten abgeholt werden.

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