Diese Lügen sind bei der Selbstauskunft erlaubt

Mittwoch, 10.01.2018

In vielen deutschen Großstädten ist der Wohnungsmarkt angespannt. An Interessenten herrscht kein Mangel und die Vermieter haben die Wahl. Mit zahlreichen Fragen versuchen sie, die lukrativsten Bewerber für ein langfristiges Mietverhältnis herauszufiltern. Wer nicht durchs Raster fallen will, steht dann oft vor der Frage: Ist Lügen bei der Selbstauskunft erlaubt?

Der Mieterbund beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja. Die Experten raten, Fragebögen zwar vollständig aber nicht zwingend ehrlich zu beantworten. Bei allzu persönlichen Auskünften ist es demnach legitim, die vorteilhafteste Darstellung zu wählen. Die wichtigste Einschränkung dabei: Fragen, die das Mietverhältnis direkt betreffen, müssen wahrheitsgetreu beantwortet werden. Das sind vor allem die Fragen nach dem Job und den Einkünften.

Job und Geld in der Selbstauskunft

Vermieter haben ein Recht, pünktlich die vertraglich vereinbarte Miete zu erhalten. Das Interesse, finanzielle Risiken im Vorfeld auszuschließen, ist somit primär und berechtigt. Wer vorgibt, fest angestellt zu sein, ohne dass dies stimmt, riskiert die Kündigung. Das gilt auch für falsche Angaben bei der Höhe des Gehalts oder der Zahl der Personen, die in die neue Wohnung einziehen werden.

Lebensumstände erkunden

Häufig gehen die Interessen des Vermieters über diese Grunddaten hinaus. Gibt es laute Hobbies, ist Nachwuchs geplant, raucht der Mieter, engagiert er sich im Mieterverein, ist er an eine bestimmte Kirche oder Partei gebunden – all das ist potentiell von Interesse und findet sich häufig in den Fragen der Selbstauskunft wieder. All das geht den Vermieter jedoch nichts an. Stellt er diese Fragen dennoch, muss er sich mit Halbwahrheiten oder auch mit Lügen begnügen. Fliegt die Sache später auf, begründet die falsche Aussage keine Kündigung.

Klug reagieren

Fragt der Vermieter zum Beispiel nach dem Kinderwunsch, sollten Sie die Situation im Haus richtig einschätzen. Liegt die Vermutung nahe, dass Kindergeschrei unerwünscht ist, kann die Familienplanung verheimlicht werden. Auch die vom Chef in Aussicht gestellte Versetzung ins Ausland in einem Jahr muss nicht genannt werden – denn sie würde den Vertragsabschuss wahrscheinlich verhindern.

Auch eine Gefängnisstrafe muss dem Vermieter nicht offenbart werden, solange sie nicht im Zusammenhang steht. Wer wegen Mietbetrugs verurteilt wurde, hat somit schlechte Karten. 

Maklerin und Mieter

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