Diebstahl am Campingplatz: Wer haftet für meinen Schaden?

Dienstag, 22.08.2017

Wer im Urlaub bestohlen wird, leidet leider meist doppelt. Die Wertsachen sind weg und die schönste Zeit des Jahres wird von Ärger überschattet. Gerade ein Diebstahl am Campingplatz ist keine Seltenheit. Wird dann zumindest der Schaden ersetzt?

Grundsätzlich gilt: Wer campt, sollte die Wertsachen lieber zuhause lassen. Denn gerade beim Zelten lassen sich Schmuck, Bargeld und Technik nicht ausreichend sichern. Die Versicherungen pochen auf genau diese Tatsache und verweigern die Zahlung.

Die Versicherung bei der Tour mit dem Wohnwagen

Dauercamper, die regelmäßig ins Wohnmobil umziehen, besitzen eine spezielle Campingversicherung. Diese ist schon ab circa zehn Euro im Monat zu haben und deckt neben Verlusten durch Diebstahl am Campingplatz auch Inventar-Schäden durch Unfall, Vandalismus oder einen Brand ab.

Für Gelegenheitscamper lohnt das meist nicht, sie können jedoch auf ihre Hausratversicherung hoffen. Diese zahlt, wenn eine entsprechende Außenversicherung besteht und die vertraglichen Konditionen eingehalten wurden. Dazu zählt zum Beispiel, dass das Fahrzeug bei Abwesenheit verschlossen war und die vertraglich festgelegte Höchstdauer der jährlichen Campingzeit nicht überschritten wurde. Der erstattungsfähige Betrag ist allerdings gedeckelt, oft auf zehn Prozent der Gesamt-Versicherungssumme. Bei Bargeld liegen die Grenzen noch weit niedriger.

Hinweis: Wird in Ihren Wohnwagen eingebrochen, melden Sie den Vorfall umgehend der Polizei, dem Zeltplatzbetreiber und ihrer Versicherung. Ein formloses Schreiben genügt. Machen Sie dies erst nach dem Urlaub, kann der Versicherer die Zahlung verweigern, da er ihre Angaben nicht überprüfen konnte.

Einfacher Diebstahl, zum Beispiel der Geldbörse aus der Jacke, ist nicht versichert.

Unterwegs im Zelt

Wer zeltet, kann sich im Grunde nur auf einem Weg absichern: Er darf nichts Wertvolles mitführen. Bei einfachen Zelten greifen weder Camping- noch Hausratversicherung. Die Außenversicherung der Hausrat setzt nämlich eine feste Behausung voraus. Zelte erfüllen diese Bedingung nicht, auch nicht mit Schloss am Reißverschluss. Dafür sind die Zeltplanen einfach zu dünn.

Muss der Betreiber des Zeltplatzes nicht haften?    

Wenn Sie die Nutzungsbedingungen des Zeltplatzes lesen, werden Sie darin bestimmt einen Haftungsausschluss finden. Denn selbst wenn sich der Betreiber um Sicherheit bemüht, kann er Diebstähle letztlich nicht verhindern - und haftet auch nicht dafür.

 

Zelt am Abend

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