Die Volljährigenadoption: Voraussetzungen und Ablauf

Montag, 19.03.2018

Wer die erwachsenen Kinder seines Partners adoptieren möchte, muss gute Gründe dafür haben. Steuerliche Ersparnisse oder erbrechtliche Vorteile reichen dafür nicht aus.

Ein Kind zu adoptieren, egal ob volljährig oder nicht, ist immer eine emotionale Entscheidung. Die Jahre, die man miteinander verbringt, lassen eine enge Eltern-Kind-Beziehung entstehen, die man durch die Adoption auch rechtlich festigen will. Auch bei der Adoption Volljähriger muss dieser Aspekt im Vordergrund stehen.

Voraussetzungen für eine Volljährigenadoption

Das Bürgerliche Gesetzbuch erlaubt die Adoption Volljähriger "wenn die Annahme sittlich gerechtfertigt ist; dies ist insbesondere anzunehmen, wenn zwischen dem Annehmenden und dem Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis bereits entstanden ist" (§ 1767 Abs. 1 BGB). Das Familiengericht prüft auf Antrag, ob dieses Verhältnis zwischen den Beteiligten besteht. Dazu werden auch die leiblichen Kinder der Annehmenden und der Ehepartner des Anzunehmenden gehört.

Ablauf der Adoption

Die Adoption eines Erwachsenen muss notariell beurkundet werden. Dazu wird der Notar die Einwilligungserklärungen der Annehmenden und des Adoptierten beurkunden – die Einwilligung der leiblichen Eltern ist bei der Adoption Volljähriger nicht erforderlich. Liegen alle nötigen Dokumente vor, stellt der Notar den Adoptionsantrag beim Familiengericht, das daraufhin im Verfahren prüft, ob das im Gesetz geforderte Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. Dazu werden alle Beteiligten ausführlich nach ihren Motiven und ihren Beziehungen untereinander befragt. Hintergrund dieser Regelung ist, dass Adoptionen aus rein erbrechtlichen oder steuerlichen Gründen ausgeschlossen werden sollen. Am Ende des Verfahrens entscheidet das Familiengericht über die Zulässigkeit der Adoption.

Die Volljährigenadoption: Voraussetzungen und Ablauf

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