Die Rechtslage bei Beleidigung: Diese Strafen gibt es

Sonntag, 28.05.2017

Eine Beleidigung ist strafbar, dem Täter drohen Konsequenzen. Wird die Ehre einer Person oder Personengruppe verletzt, kann die Tat als "Vergehen" mit mittelschweren Strafen geahndet werden. Bei sogenannten Ehrdelikten wie Beleidigung droht Freiheitsentzug bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Das deutsche Strafrecht unterscheidet, ob eine Person direkt oder in Abwesenheit in ihrer Ehre verletztet wird und ob es sich bei der herabwürdigenden Aussage um ein Werturteil oder eine Tatsachenbehauptung handelt. Grundlage für die Rechtsprechung sind die im Grundgesetz verankerten Grundrechte (Art. 1 und 2) auf Menschenwürde und auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Der Schutz der persönlichen Ehre steht über dem Grundrecht Art. 5 auf Meinungsfreiheit.

Beleidigung

Der Tatbestand der Beleidigung trifft zu, wenn einer Person in ihrer Gegenwart durch ein Werturteil der Respekt als gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft aberkannt wird. Die Beleidigung kann durch Geringschätzung oder Nichtachtung verbal, schriftlich oder durch Gesten wie den "Stinkefinger" ausgedrückt sein. Nur nach einer Anzeige wird ermittelt und der Täter mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe verurteilt. Wurde er bei der Beleidigung zugleich tätlich, kann das Strafmaß auf bis zu zwei Jahre Freiheitsentzug angehoben werden.

Die Beamtenbeleidigung als eigenen Straftatbestand gibt es im deutschen Recht übrigens nicht. Konsequenzen sind hier dennoch häufiger zu befürchten: So ist die Hürde für einen Polizisten am Arbeitsplatz gering, eine Beleidigung auch tatsächlich zur Anzeige zu bringen.

Lesen Sie auch: Was Sie einem Polizisten sagen dürfen und was nicht

Üble Nachrede

Wird hingegen eine ehrverletzende Tatsachenbehauptung in Abwesenheit einer Person gegenüber Dritten geäußert, handelt es sich um den Straftatbestand der Üblen Nachrede. Die Behauptung muss laut Strafgesetzbuch nachweislich unwahr sein. Wenn eine falsche Behauptung trotz besseren Wissens als Gerücht weitergegeben wird, liegt Verleumdung vor. Beide Tatbestände werden auf Anzeige mit Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet.

Die Rechtslage bei Beleidigung: Diese Strafen gibt es

Weitere Artikel

Kommentare